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GTA 6 Leak: Verbraucherschützer von Stop Killing Games verurteilen die Hacker
Leaker erpressen Rockstar mit neuem Gameplay-Material. Die Verbraucherschützer kritisieren den Protest scharf, da er der Entwickler-Community schadet.
Über Nacht wurde von einer Gruppe Leaker neues Gameplay-Material zu Grand Theft Auto 6 verbreitet. Das Ganze unter dem Vorwand, gegen die fehlende Disc-Version des Open-World-Titels zu protestieren, allerdings mit dem Beigeschmack, selbst Profit daraus zu schlagen. Das finden die Entwickler sowie viele Fans nicht so toll, und auch andere Parteien beziehen zu den Leaks nun Stellung. So etwa die Verbraucherschutz-Initiative Stop Killing Games, die sich in einer öffentlichen Erklärung klar gegen die Gruppe positioniert hat.
Stop Killing Games ist vor allem für den Kampf gegen die Abschaltung von Online-Spielen bekannt – unter anderem durch ihren Einsatz im Europäischen Parlament. Nun fordert die Initiative ihre Anhänger auf, den GTA-6-Leakern keinerlei Unterstützung zukommen zu lassen, ganz egal, wie man persönlich zu Rockstar steht.
„Gameplay-Material aus GTA 6 ist im Netz aufgetaucht. Eine Hacker-Gruppe übernimmt die Verantwortung dafür – wir nennen ihren Namen hier bewusst nicht, um ihr keine zusätzliche Aufmerksamkeit zu verschaffen“, schrieb Stop Killing Games auf Social Media. „Das Material selbst wirkt echt: Take-Two geht bereits massiv mit DMCA-Takedowns dagegen vor. Das schnelle Durchgreifen ist ein klares Zeichen für die Echtheit der Videos. Die Gruppe nutzt den Leak, um einen Memecoin zu pushen. Sie hat das Material mit Krypto-Links sowie QR-Codes versehen und verlangt Geld für weitere Leaks.“
„Schickt diesen Leuten kein Geld – völlig egal, wie viel Sympathie ihr für ihre Aktionen empfindet. Das Ganze ist illegal. Wir fühlen ehrlich mit dem gesamten Team bei Rockstar mit, das dieses Drama erneut durchmachen muss. Besonders bitter: In gut einer Woche feiert Rockstars offizieller ‚Extended Look‘ Premiere.“
„Schaden anzurichten und illegale Mittel einzusetzen, um ein Zeichen zu setzen, ist für uns inakzeptabel. Es hilft überhaupt nicht dabei, unser Recht auf die Nutzung gekaufter Inhalte zu schützen. So sehr ihr den Entscheidungen der Chefetage dieser Konzerne auch widersprecht: Tausende Entwickler haben hart an diesem Projekt gearbeitet – und genau sie trifft es am härtesten.“
„Kanalisiert euren Frust lieber in etwas Konstruktives. Solche Aktionen sind rein destruktiv und helfen niemandem. Noch schlimmer: Sie riskieren den Ruf unserer Communitys und ruinieren unsere Chancen, echten Wandel zu bewirken.“ Die Gruppe namens CyberLeek, die die Verantwortung für den Leak übernimmt, veröffentlichte Berichten zufolge ein Manifest gegen Rockstar Games auf ihrer Website. Inzwischen ist die Seite offline.
CyberLeek kritisierte Rockstar Games angeblich scharf dafür, GTA 6 ohne physische Disc auszuliefern. Gleichzeitig drohte die Gruppe anderen Entwicklern, falls sie denselben Weg einschlagen sollten. „Wenn CyberLeek Rockstar erreichen kann, ist niemand sicher“, hieß es auf der Website. „Das ist eine Warnung an alle großen Konzerne: Benehmt euch, sonst seid ihr das nächste Ziel.“
Stop Killing Games befürchtet offenbar, dass die Aktionen dieser Leaker-Gruppe die eigene bisherige Arbeit in ein schlechtes Licht rücken könnten. Diese Arbeit kann sich bisher definitiv sehen lassen: Die Initiative verbrachte bereits viel Zeit im Europäischen Parlament, um für besseren Verbraucherschutz für Spieler zu kämpfen – gerade weil reine Digitalspiele nach dem Abschalten der Server einfach verschwinden. Darüber hinaus unterstützt Stop Killing Games weltweit verschiedene Gesetzesinitiativen im Gaming-Bereich, darunter eine aktuelle Verbraucherschutz-Klage in den Niederlanden sowie ein Verbraucherschutzgesetz in Kalifornien.