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DGB-Ausbildungsreport: Jeder zweite Azubi ist psychisch belastet
Finanzielle Sorgen, angespannter Wohnungsmarkt und Druck im Berufsleben: Immer mehr Auszubildenden macht das zu schaffen, so der aktuelle Ausbildungsreport des DGB. Der Gewerkschaftsbund sieht die Politik in der Pflicht.
Darja Grabow ist Auszubildende in einer Schreinerei in Meersburg am Bodensee. Rund 1.000 Euro brutto verdient sie im zweiten Lehrjahr. Nicht wenig im Vergleich zu anderen Ausbildungsberufen - aber knapp, wenn man auf Inflation, die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt und generell steigende Lebenserhaltungskosten schaut. "Man merkt schon, wie viel Nebenkosten anstehen bei der Ausbildung an sich", sagt Grabow. "Ich finde, Azubis verdienen nicht ganz so viel, wie man sich das immer so vorstellt."
Ausgerechnet jetzt will das Land-Baden Württemberg bei den Zuschüssen für Azubis sparen. Nach SWR-Informationen sollen die Wohnzuschüsse, die es bisher in vielen Ausbildungsberufen gab, wegfallen. Betroffen sind Azubis, die mehr als zwei Stunden Fahrtzeit vom Wohnort entfernt auf eine Berufsschule gehen müssen.
Das Handwerk in Deutschland findet wieder mehr Nachwuchs - die Zahl der Ausbildungverträge hat zugenommen.
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Auch der Betrieb in Meersburg ist betroffen - ein Unding für Chef Sebastian Schmäh. "Ich habe echt gedacht, das darf jetzt nicht wahr sein", sagt er. Für seine Zimmerer-Azubis gebe es etwa im zweiten und dritten Lehrjahr gar keine andere Möglichkeit als auf die weit entfernte Holzbau-Spezialschule in Biberach zu gehen. Fallen für sie die Zuschüsse für einen Platz im Schülerwohnheim weg, seien das schnell Mehrbelastungen von bis zu 3.000 Euro pro Schüler und Jahr.
Auch Darja Grabow würde es hart treffen, wenn sie plötzlich deutlich weniger Geld in der Haushaltskasse hätte. "Dann müsste ich im Supermarkt schon auch überlegen, zu welchem Produkt ich greife und wo man dann Abstriche machen kann."
Im vergangenen Jahr ist die Zahl der gestarteten dualen Ausbildungen weiter zurückgegangen.
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Der Fall aus Baden-Württemberg passt ins Gesamtbild: Laut dem aktuellen Ausbildungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) gibt jeder zweite Auszubildende in einer Befragung an, psychisch belastet zu sein. Der häufigste Grund: finanzielle Sorgen (49,9 Prozent), gefolgt von der Wohnsituation (35 Prozent). Erst dann kommen ausbildungsbedingte Faktoren wie Leistungs- und Zeitdruck (20,9 Prozent), Personalmangel (19,6 Prozent) und Verantwortungsdruck (19,2 Prozent).
Der DGB fordert, in allen Bereichen nachzubessern. "Die Alarmglocken schrillen laut und deutlich", sagt DGB-Bundesjugendsekretärin Nina Krüger.
Es brauche etwa bessere Fort- und Weiterbildungen für Ausbilderinnen und Ausbilder in den Betrieben, aber auch zum Beispiel mehr Wohnheime. "Wir müssen die finanzielle Belastung für Auszubildende dringend abbauen", fordert Krüger.