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Druck auf Transmenschen in den USA: "Das ist entmenschlichend"
Seit der Rückkehr ins Weiße Haus versucht die Trump-Administration, Rechte von Transmenschen zu mindern. Zuletzt wurde die Zahlung für Behandlungen von Transjugendlichen gestoppt. Wie lebt die Community damit?
Noch ist es leer vor der Bühne im Gill Park in Chicago - noch eine gute halbe Stunde, dann startet hier das erste Trans-Pride-Festival der Stadt in seine zweite Ausgabe. Seit Monaten bereitet eine Gruppe von Aktivisten das kleine Festival vor, bucht Bands, Stand-Up-Comedians und Moderation. Sie alle sind trans, heißt: Sie wurden nicht mit den Geschlechtsmerkmalen geboren, die sie fühlen - und mit denen sie gesehen werden möchten.
Dawn Heilung hat das Festival mit dem Namen Transilience - ein Wortspiel aus "trans" und "resilience" (Widerstand) - gegründet. Dawn ist aus Texas nach Chicago gezogen und freut sich sichtlich, als immer mehr Menschen den kleinen Park füllen.
Heilung sagt, immer neue Gesetze, Ankündigungen und Schikane von staatlicher Seite gegen Transmenschen hätten eine Wirkung: "Das ist entmenschlichend."
Dawn Heilung (sitzend in der Mitte) hat das Festival gegründet.
Mit Verweis auf den Kinderschutz hat die US-Regierung zuletzt vor allem Transjugendliche ins Visier genommen. Mehr als 20 medizinische Zentren im Land stellten nach Drohungen des Justizministeriums die Behandlung Transjugendlicher ein. Das Bildungsministerium ermittelt gegen Schulbezirke, die Eltern angeblich nicht darüber informieren, wenn ihr Kind sich in der Schule mit einem anderen Namen, anderen Pronomen oder einer anderen Geschlechtsidentität als der bei Geburt zugewiesenen vorstellt.
Weiterhin kündigte die Regierung an, vor dem Supreme Court gegen ein Urteil vorzugehen, das den Ausschluss bereits dienender Transpersonen in der Armee für unrechtmäßig erklärt hatte. Wer neu dazukommen will, darf bereits seit 2025 nicht mehr offen trans sein.
Im Oktober tritt außerdem eine neue Anweisung des US-Gesundheitsministeriums in Kraft: Die staatlichen Krankenversicherungsprogramme Medicaid und CHIP - eine Art gesetzlicher Grundversorgung für einkommensschwache Familien und Kinder - dürfen dann keine geschlechtsangleichenden Behandlungen für Minderjährige mehr finanzieren. Betroffen sind Hormontherapien, Pubertätsblocker und Operationen.
Bundesstaaten können solche Leistungen weiterhin aus eigenen Mitteln finanzieren und private Krankenversicherungen sind von der Regel nicht betroffen. Dennoch dürfte die Maßnahme gerade einkommensschwache Familien mit Transkindern hart treffen, die auf Medicaid angewiesen sind.
Die US-Regierung will Trans-Menschen, die einen neuen Pass brauchen, ihr Geburtsgeschlecht zuweisen.
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