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Kinder im Auto: Viele Erkennungssysteme arbeiten unzuverlässig
von André Westphal
23. Aug. 2026 |
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Kinder im Auto sind ein besonders sensibles Thema, schließlich möchte man, dass diese sicher befördert werden. Das ist ein Thema, um das ich mir als werdender Vater persönlich auch schon Gedanken mache. Da ist sicherlich nicht nur für mich spannend, dass der ADAC in mehreren Autos die Systeme zur automatischen Erkennung von Kindern geprüft hat. Dabei musste man unter anderem feststellen: Bei schlafenden Säuglingen versagen viele Warneinrichtungen.
Denn die bedauerliche Realität ist: Jedes Jahr werden in Deutschland Kinder im Auto vergessen. Das kann zu lebensbedrohlichen Situationen führen, wenn das Fahrzeug in der Sonne steht. Exemplarisch hat der ADAC nun vier Fahrzeuge mit Erkennungssystemen untersucht. Die Systeme sollen erkennen, ob sich nach dem Abstellen noch Kinder oder Tiere im Fahrzeug befinden. Ist dies der Fall, sollen sie ein mehrstufiges Warnsignal auslösen, das den Fahrer oder Passanten aufmerksam macht.
Je nach System funktioniert die Erkennung auf zweierlei Weise. Indirekte Systeme überprüfen eine Kombination aus Gurtschlossstatus, Sitzbelegung und Türöffnungen. In der Studie war der Mercedes-Benz CLA mit diesem System ausgestattet. Ein direktes System soll via Radar Bewegungen – zum Beispiel durch die Atmung – erkennen. Diese Technologie wurde am Zeekr 001, BMW iX3 und BYD Seal untersucht.
Der Test hat gezeigt, dass nur der Mercedes in allen Fällen warnte, auch wenn er aufgrund der verwendeten Technik nicht sicher erkennen konnte, ob sich auf der Rücksitzbank tatsächlich ein Kind befindet. Die Warnung des Autos beschränkt sich jedoch auf das Zentraldisplay – weitere optische oder akustische Warnmaßnahmen erfolgen nicht. Hier gibt es also das erhöhte Risiko, dass die Warnung übersehen wird.
Die direkten Systeme haben jedoch dafür eine andere gemeinsame Schwäche: Keines der Fahrzeuge erkannte das Neugeborene in der Isofix-Babyschale. Der ADAC mahnt, dass dies geschah, obwohl der verwendete Dummy selbst Atembewegungen nachahmt. Dabei weicht im Übrigen auch die Art der Warnungen je nach Fahrzeug stark ab. Alle direkten Systeme schalten, sofern ein Kind im Fahrzeug zurückgelassen wurde, nach einer gewissen Zeit den Warnblinker ein. Beim BYD Seal und Zeekr 001 folgt zusätzlich eine akustische Warnung über die Hupe oder Alarmanlage. Je nach Konfiguration sind auch Warnungen über eine Smartphone-App möglich. Positiv fiel der BMW iX3 auf: Neben dem Warnblinker zeigt das Fahrzeug zusätzlich eine gut sichtbare Meldung im Zentraldisplay an, die Passanten über die mögliche Gefahrensituation informiert.
Der ADAC sieht generell die Zukunft in direkten Systemen, weil sie eine geringere Fehlalarmquote aufweisen, was die Akzeptanz erhöht. Zu sagen ist, dass man derartige Child-Presence-Detection-Systeme als sinnvolle Sicherheitsmaßnahme bewertet, sie aber natürlich kein Ersatz für die Verantwortung von Eltern und Betreuungspersonen sind. Technische Systeme können aber immerhin im Zweifelsfall helfen, tragische Vorfälle zu verhindern.
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