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OpenAI startet Werbegeschäft in Europa: Wie sich KI finanzieren lässt
Von Montag an wird ChatGPT in Europa Werbung enthalten. Obwohl OpenAI-Chef Altman lange dagegen war, setzt der Konzern nun genau darauf, um die KI zu finanzieren. Welche Folgen das hat.
Vom kommenden Montag an wird der Chatbot ChatGPT Werbung enthalten. In 31 europäischen Ländern - neben Deutschland sind unter anderem Österreich, die Schweiz, Frankreich, Spanien, Italien, Polen und die skandinavischen Länder betroffen - wird es dann also Werbeanzeigen in den Chatverläufen geben. Neu ist das aber nicht: In den USA startete bereits vor sechs Monaten ein erster Testlauf mit Werbeinhalten bei OpenAI.
"OpenAI ist damit nicht völlig allein: Microsoft zeigt bereits Anzeigen in Copilot, und Google integriert Werbung in seine KI-gestützte Suche", erklärt Alicia von Schenk, Professorin für Economics of AI and Human Behavior an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, gegenüber tagesschau.de. Andere Anbieter wiederum hätten sich für einen anderen Weg entschieden: "Anthropic hat ausdrücklich angekündigt, Claude werbefrei zu halten. Und Perplexity hat gesponserte Anschlussfragen zwar erprobt, den Werbeversuch aber inzwischen aus Sorge um das Vertrauen der Nutzer beendet."
Um dieses nicht zu verspielen, hat OpenAI betont, dass Werbetreibende keinen Zugriff auf Chatverläufe erhalten: "Bei den Werbeeinblendungen gilt grundsätzlich der Schutz der Privatsphäre der Unterhaltung. Wir geben keinerlei Informationen aus Unterhaltungen an Werbetreibende weiter. Dies ist für uns äußerst wichtig - auch, weil manche Nutzer ChatGPT sehr persönliche Dinge anvertrauen."
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Trotzdem ist das Schalten von Werbeanzeigen nicht völlig unkritisch für KI-Anbieter wie OpenAI, erklärt Expertin von Schenk: "Viele Menschen nutzen ChatGPT auch, weil sie eine direkte, vermeintlich neutrale Antwort erwarten und nicht wie bei einer Suchmaschine durch Anzeigen navigieren möchten. Zu aufdringliche Werbung könnte diesen Vorteil und damit das Vertrauen der Nutzer beschädigen."
OpenAI will die Werbeinhalte deshalb optisch von den Chat-Inhalten unterscheidbar machen. Dave Dugan, Vice President of Ads bei OpenAI, sagte: "Die Antwort von ChatGPT ist klar von den Anzeigen getrennt und deutlich abgegrenzt." So solle unterhalb der eigentlichen Antwort eine graue Linie erscheinen, "und unterhalb dieser Linie kann sich eine Anzeige befinden".
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Karoline Ströhlein von der Universität Regensburg betont allerdings gegenüber tagesschau.de, dass in einem KI-Modell, dass auch Werbeinhalte ausspielt, auch die Interessen des Werbetreibenden berücksichtigt werden - immerhin seien auch sie zahlende Kunden. Genau das könne aber für normale Nutzer zum Problem werden: "Eine aktuelle Studie zu Werbung in KI-Chatbots findet Hinweise darauf, dass verschiedene Modelle in Konfliktsituationen teilweise zugunsten kommerzieller Interessen handeln - etwa indem sie gesponserte, aber teurere Produkte empfehlen."
Und auch indirekte Effekte seien nicht auszuschließen, sagt Expertin von Schenk: "Anzeigen könnten bestimmte Marken oder Lösungen in den Vordergrund rücken und dadurch verändern, was Nutzer als Nächstes fragen." Durch diese veränderte Frage komme es dann auch zu veränderten Antworten: "Werbung könnte den Gesprächsverlauf somit auch dann beeinflussen, wenn sie nicht direkt in die Antwortgenerierung eingreift." Das fürchtet auch Karoline Ströhlein: "Wenn mir ein Chatbot sagt: 'Für deine Situation würde ich Produkt A empfehlen, weil …', wirkt das wie eine persönliche Beratung." Genau das berge aber die Gefahr, dass "Nutzende die Ausgabe nicht unbedingt wie eine neutrale Informationssammlung, sondern teilweise wie eine Entscheidungshilfe" bewerten würden.