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Bundespräsident besucht Gamescom: „Am Begriff Legitimation stoße ich mich“
Der Bundespräsident kommt zur Gamescom – zur Freude von Felix Falk vom Branchenverband game. Ein Gespräch über spielerische Demokratie und teure Konsolen.
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Lange galten Videospiele in Deutschland als Sorgenkind, jetzt kommt das Staatsoberhaupt zur Messe: Am 27. August eröffnet Frank-Walter Steinmeier den Gamescom Congress. Es ist der erste Besuch eines Bundespräsidenten auf der weltgrößten Spielemesse. Der Fachkongress läuft parallel zur Gamescom und behandelt die Potenziale von Games für Gesellschaft, Bildung, Wirtschaft und Kultur – in diesem Jahr unter dem Schwerpunkt „Spielfeld Demokratie“.
Veranstaltet wird die Gamescom von der Koelnmesse und dem Branchenverband game. Über den Besuch des Bundespräsidenten, die Rolle von Games in der Demokratie, die AfD-Frage und die wirtschaftliche Lage hat heise online mit Felix Falk, dem Geschäftsführer des game-Verbands gesprochen.
Felix Falk ist Geschäftsführer des game – Verband der deutschen Games-Branche, der die Gamescom und den Gamescom Congress gemeinsam mit der Koelnmesse veranstaltet.
Herr Falk, „Killerspiele“, Messe-Babes und Berichte über stinkende Gamescom-Besucher – es ist noch gar nicht so lange her, dass Videospiele in Mainstream-Medien und Politik ein schlechtes Image hatten. Jetzt eröffnet mit Frank-Walter Steinmeier zum ersten Mal ein Bundespräsident den Gamescom Congress. Ist das auch eine Art Legitimation?
Die vielen Missverständnisse zu Games haben wir zum Glück zu einem ganz großen Teil hinter uns gelassen. Wobei wir dafür leider länger gebraucht haben als andere Länder, die deutlich schneller durch diesen Prozess gekommen sind. Das ist eine ganz normale demografische Entwicklung: Heute spielen sechs von zehn Deutschen, Alte wie Junge und Männer wie Frauen. Das ist längst gelebte gesellschaftliche Realität, und die wird anerkannt und gewürdigt.
Auch die Gamescom hat bei diesem Prozess ganz sicher mitgeholfen, weil man sich hier direkt die Anwendungsbeispiele ansehen und mit den richtigen Leuten ins Gespräch kommen kann. Am Begriff „Legitimation“ stoße ich mich allerdings. Es gab schon immer eine Millionen-Fanbasis, die genau über Games Bescheid wusste und die auch gar keine Legitimation von außen brauchte. Der Lerneffekt war bei anderen notwendig.
Trotzdem kann es nicht einfach gewesen sein, den Bundespräsidenten für den Congress zu gewinnen.
Das Interesse an Kultur ist beim aktuellen Bundespräsidenten sehr hoch. Trotzdem gingen dem viele Gespräche voraus, vor allen Dingen die Erkenntnis, dass neben der technologischen, wirtschaftlichen und kulturellen Kraft und Bedeutung von Games auch das gesellschaftspolitische Potenzial extrem hoch ist. Mit dem Schwerpunkt auf Demokratie hat das in diesem Jahr sehr gut zusammengepasst, weil das auch dem Bundespräsidenten ein sehr großes Anliegen ist.