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heise+ | Überhitzkopf: Test Honda WN7
Hondas erstes E-Motorrad kommt gleich mit CCS-Stecker. Damit böte sich die Technik trotz 9-kWh-Akku für kleine E-Touren mit Nachladen an. Leider überhitzt sie.
Große E-Motorräder kauft kaum jemand. Dennoch brachte Honda kürzlich ein eigenes Angebot an den praktisch nonexistenten Markt, die wunderschöne WN7. Die Batterie schafft Ladeleistungen von kurzfristig 24 kW. Honda gibt jedoch 30 Minuten von 20 bis 80 Prozent an, was noch guten 10 kW Durchschnittsleistung entspricht. Der Grund für Hondas gegenüber der Spitzenleistung halbierte Durchschnitts-Angaben wurde schon auf der Überführungsfahrt klar: Der passiv luftgekühlte Akkublock überhitzt sehr schnell.
Von Hondas angenommenem Durchschnitt 10 kW blieben bei 25 bis 35 °C 6 bis 7 kW durchschnittliche Ladeleistung übrig. Zum Start der Ladung lagen oft für längere Zeit nur 3 bis 4 kW an, bis der Akku etwas abkühlen konnte. Zudem überhitzte der Akku bei wärmeren Temperaturen selbst während der Fahrt, was zu Leistungsreduktion und Abschaltung der Rekuperation führte. Aufgrund der schlechten Sommer-Toureneignung und kaum möglichen Tourenplanung gibt es hier keinen längeren Tourentest dieses Motorrads. Verschmerzbar, denn kaum jemand wird mit der WN7 Touren fahren. Stattdessen fahren wir kleine Feierabendrunden im Bereich bis 160 km mit Nachladen oder bis 100 km ohne.
In diesem Artikel beleuchten wir einige Hintergründe zu Hondas Hitzeproblemen, geben Fahreindrücke, messen Verbräuche und versuchen nach Ende der Hitzewelle, was mit einem kühlen Akku geht. Außerdem stellen wir eine Alternative zum gleichen Preis vor, die (tragischerweise für Honda) fast alles besser kann außer so gut aussehen wie die WN7. Denn die Liebe zum Detail in der Gestaltung dieses Kraftrads erfreut das deutsche Ingenieursherz auf eine Weise, wie es nur eine gute Honda schafft. Retrofuturismus trifft japanischen Minimalismus: Die WN7 ist ein funktionell makelbehafteter, gestalterisch perfekter Design-Prototyp, den man kaufen kann.
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