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Dienstag: Schutz für IT-Sicherheitsforscher, Anklage wegen illegaler Exporte
Reform des Computerstrafrechts + Illegale Ausfuhr von KI-Servern + AliExpress trackt Nutzer + Linux-Handheld sammelt eine Million + Kritik am Biometrie-Pakt
(Bild: Oleksiy Mark / Shutterstock.com / heise online)
Der Schutz digitaler Infrastrukturen steht vor immer größeren Herausforderungen. Die Gesellschaft für Informatik (GI) hat nun ein Weißbuch zur Reform des Computerstrafrechts vorgelegt. Darin fordert sie die Bundesregierung auf, ethische Hacker endlich wirksam vor Strafverfolgung zu schützen. In Taiwan hat der Zoll die illegale Ausfuhr von hochwertigen KI-Servern gestoppt. Nun erhoben die Behörden Anklage gegen neun Tatbeteiligte, darunter Mitarbeiter von Nvidia und Super Micro Computer. Und der chinesische Onlinehändler AliExpress trackt Nutzer durch nicht hörbares Audio-Fingerprinting – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
Datenleaks und Schwachstellen-Exploits gehören längst zu unserem Alltag. Der Einsatz künstlicher Intelligenz beschleunigt das Auffinden und Ausnutzen von IT-Sicherheitslücken im großen Stil und macht den Schutz digitaler Infrastruktur zu einer immer wichtigeren Aufgabe. Doch wer versucht, solche Bugs im Sinne des Gemeinwohls aufzudecken und den Betroffenen zu melden, muss in Deutschland nach wie vor mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Zusammen mit Partnern aus Industrie, Cybersicherheitsforschung und digitalpolitischen NGOs hat die Gesellschaft für Informatik (GI) ein Weißbuch zur Reform des Computerstrafrechts verfasst. Eine Kernforderung: Die Bundesregierung soll ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag einlösen und endlich Rechtssicherheit für die Sicherheitsforschung zu schaffen. Kriminalisierung: Informatiker verlangen Freipass für IT-Sicherheitsforscher
Im mit immer mehr Ellbogeneinsatz ausgetragenen KI-Wettlauf versuchen die Vereinigten Staaten seit geraumer Zeit, China von US-Technologie abzuschneiden. Bereits unter Präsident Joe Biden erließ die US-Regierung weitreichende Exportbeschränkungen für besonders schnelle KI-Chips von US-Chipherstellern wie Nvidia nach China. Die Trump-Administration hat die Exportkontrollen seitdem weiter verschärft. Im März sind in den USA zwei hochrangige Manager des US-Computerherstellers Super Micro Computer und ein weiterer Verdächtiger angeklagt worden, weil sie illegalerweise Nvidia-Chips nach China verkauft haben sollen. Nun müssen sich in Taiwan neun Personen wegen ähnlicher Vorwürfe vor Gericht verantworten. Sie sollen Endnutzer-Bescheinigungen gefälscht haben, um Ausfuhrkontrollen zu umgehen. Taiwan: Anklage wegen illegaler Ausfuhr von KI-Servern nach China
Aufgeflogen ist der Fall verdeckten Trackings durch einen Zufall: Ein Entwickler stellte Probleme mit seinen Multipoint-Bluetooth-Kopfhörern fest, wenn bei ihm ein Tab des chinesischen Onlinehändlers AliExpress geöffnet war. Die Kopfhörer wechselten dann nicht mehr korrekt zwischen Computer und Smartphone. Sobald der AliExpress-Tab geschlossen wurde, verschwand das Problem. Bei der Analyse des Quellcodes stieß der betroffene Entwickler auf Skripte, die über die Web Audio API Audio-Processing-Graphen aufbauen. AliExpress hat offenbar seine Kunden getrackt, ohne dass sie es merken. AliExpress trackt Nutzer via unhörbarem Audio-Fingerprinting
Das Linux-Handheld Mecha Comet ist mit 155 x 73 x 14 mm und 215 Gramm Gewicht etwas dicker und schwerer als ein gewöhnliches Smartphone. Das modulare Konzept des Gerätes ermöglicht Benutzern, Funktionen über externe Hardware hinzuzufügen. Dazu gehören mehrere magnetisch andockbare Erweiterungen, die auf offen zugänglicher Hardware basieren. Je nach Lust und Laune kann der Comet als mobile Spielkonsole oder KI-Assistent genutzt werden – und alles Open Source. In einer Crowdfunding-Aktion hat der Hersteller nun sein ursprüngliches Finanzierungsziel von 50.000 US-Dollar um ein Vielfaches übertroffen und will schon bald mit der Auslieferung der Geräte beginnen. Zielmarke übertroffen: Mehr als eine Million Euro für Linux-Handheld Mecha Comet
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