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Zugriff auf X ohne Konto: Alternative „Nitter“ nach Anwaltsbrief geschlossen
Ohne ein Konto kann man auf X maximal noch alte Beiträge einsehen – außer man nutzte „Nitter“. Dem hat das Anwaltsteam von Elon Musk jetzt Einhalt geboten.
Der Kurznachrichtendienst X hat mit „Nitter“ möglicherweise einen beliebten Dienst endgültig in die Knie gezwungen, über den man die Inhalte auf der Plattform einsehen konnte, ohne dort ein Konto zu haben. Das geht aus einer Mitteilung auf der Internetseite nitter.net hervor, in der es heißt, dass die Entwicklung vorerst eingestellt wurde und der Dienst offline bleiben wird. Der verantwortliche Entwickler sucht sich demnach rechtlichen Beistand und will die Angelegenheit darüber hinaus nicht weiter kommentieren. Laut TechCrunch wird Nitter der Verstoß gegen mehrere Bundes- und bundesstaatliche Gesetze der USA vorgeworfen und eine Schließung bis zum 25. August, 17 Uhr Ortszeit verlangt.
Nitter gibt es seit 2019, anfangs ging es darum, einen Zugang zu Inhalten von Twitter unter Beibehaltung der beliebten, aber damals abgeschafften alten Benutzungsoberfläche zu ermöglichen. Nachdem Twitter von Elon Musk übernommen und später zu X wurde, diente der Dienst auch jenen als Anlaufstelle, die dort keinen Account mehr unterhalten wollten, aber auf Inhalte von bestimmten Konten nicht verzichten wollten oder konnten. Anfang 2024 wurde der Dienst dann schon einmal stillgelegt, nachdem eine für das Funktionieren grundlegende Funktion von Twitter entfernt worden war. Anfang Februar 2025 wurde Nitter dann wieder in Betrieb genommen, nach anderthalb Jahren ist jetzt womöglich endgültig Schluss.
Laut TechCrunch wirft X dem Dienst vor, die Nutzungsbedingungen für die API und damit verbundene Daten verletzt zu haben. Bei X habe man Beweise dafür, dass Nitter rechtswidrig Daten von X gesammelt und auf Konten sowie Sitzungs-Token zugegriffen habe. Ob Nitter noch einmal online gehen wird, ist damit mehr als fraglich. Das Vorgehen des Kurznachrichtendiensts von Elon Musk reiht sich ein in die länger werdende Liste von Maßnahmen, mit denen etablierte soziale Netzwerke Menschen auf ihre Plattformen holen wollen. Auch auf Inhalte bei Instagram und Facebook kann man schon länger nur schwer ohne einen Account zugreifen. Anders ist das bei freien Alternativen wie beispielsweise Bluesky und Mastodon, wo aber einige Inhalte vermisst werden.
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