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Welches Land wäre bei globalen Katastrophen am widerstandsfähigsten?
Kein Land ist gegen alle denkbaren globalen Katastrophen zugleich geschützt. Eine neue systematische Übersicht sieht Australien dennoch am häufigsten als widerstandsfähig an. Neuseeland und Japan zeigen ebenfalls Resilienzmerkmale in allen drei untersuchten Risikogruppen. Entscheidend sind neben Geografie und Eigenversorgung vor allem Regierungsqualität, Dezentralisierung und eine gezielte Vorbereitung auf extreme Versorgungsausfälle.
Hagen (Deutschland). Pandemien, ein langanhaltender großflächiger Stromausfall oder ein nuklearer Winter könnten sehr unterschiedliche Teile einer Gesellschaft treffen. Gemeinsam ist solchen Szenarien, dass ihre Folgen weit über einzelne Staaten hinausreichen und zugleich Versorgung, Infrastruktur und staatliche Handlungsfähigkeit unter Druck setzen können. Welche Regionen in solchen Situationen vergleichsweise widerstandsfähig wären, ist deshalb keine reine Frage der Geografie.
Forscher der Goethe-Universität Frankfurt am Main um Dr. Florian Ulrich Jehn haben nun die Fachliteratur zu regionaler Resilienz gegenüber globalen Katastrophen systematisch zusammengetragen. Als globales Katastrophenrisiko gilt in der Untersuchung ein Ereignis, das einen erheblichen Anteil der Menschheit töten oder das weltweite Wohlergehen massiv beeinträchtigen könnte. Die Analyse fragt dabei nicht nur nach der unmittelbaren Gefährdung, sondern auch nach Robustheit, Erholung und Anpassungsfähigkeit von Gesellschaften.
Das Team bündelte die betrachteten Gefahren in drei Gruppen. Dazu gehören Szenarien mit abrupt verringerter Sonneneinstrahlung, etwa nach einem Atomkrieg, einem großen Vulkanausbruch oder Asteroideneinschlag. Hinzu kommen ein großräumiger Verlust kritischer Infrastruktur, beispielsweise durch extreme Weltraumwetterereignisse, elektromagnetische Pulse oder Cyberangriffe, sowie globale biologische Risiken wie besonders schwere Pandemien.
Für die Übersicht durchsuchten die Forscher zunächst die bibliografische Datenbank OpenAlex und erhielten 3.200 Treffer. Nach mehreren Auswahlstufen blieben 75 Arbeiten übrig. Fachleute aus den beteiligten Disziplinen ergänzten weitere 77 Veröffentlichungen, sodass die finale Auswertung 152 Dokumente umfasste. Weil die Literatur sehr unterschiedlich aufgebaut ist, verwendeten die Autoren eine narrative Synthese, also eine strukturierte inhaltliche Zusammenführung, statt eines einheitlichen Punktesystems.
Das ist für die Interpretation wichtig. Einzelne Resilienzfaktoren wurden bereits aufgenommen, wenn sie in einer geeigneten Quelle ausdrücklich mit einem Katastrophenrisiko verknüpft waren. Länderangaben beruhen zudem teils auf direkten Nennungen in der Literatur und teils auf Schlussfolgerungen der Autoren aus den identifizierten Faktoren. Die Ergebnisse sind daher keine vollständige Rangliste aller Staaten.
Über alle drei Risikogruppen hinweg wird Australien in der ausgewerteten Literatur am häufigsten als widerstandsfähig identifiziert. Neuseeland und Japan weisen ebenfalls Evidenz für Resilienz in allen drei Gruppen auf. Nur Australien wird jedoch in jeder Gruppe direkt genannt. Zu den wiederkehrenden Vorteilen gehören geografische Abgeschiedenheit, eine hohe Eigenversorgung mit Lebensmitteln, leistungsfähige staatliche Strukturen und eine relativ breite industrielle Basis.
Vier Faktoren tauchen besonders häufig über mehrere Katastrophentypen hinweg auf. Das sind geografische Isolation, Selbstversorgung vor allem mit Nahrung, eine hohe Qualität von Staat und Institutionen sowie dezentrale Strukturen ohne einzelne kritische Ausfallpunkte. Australien vereint mehrere dieser Merkmale, bleibt aber auf internationalen Handel angewiesen, unter anderem für Treibstoff, Medikamente und Dünger.
Auch Deutschland bietet nach dieser Logik kein besonders robustes Gesamtprofil, weil eine stark technisierte und vernetzte Volkswirtschaft empfindlich auf langanhaltende Infrastrukturausfälle reagieren kann.
„Deutschland ist jedenfalls keines der resilienteren Länder. Ohne Strom is