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Luftfahrt - Seit 1999 hat dieses unscheinbare System 24 Flugzeuge vor dem Crash gerettet – und damit hunderte Leben
Nicht immer bedeuten Trümmer und Schutt um Flugzeugreifen Gefahr oder sogar Tod – manchmal bewahren sie Menschen vor einem schlimmen Schicksal (Bildquelle: Adobe Firefly).
Zu spät, zu schnell, das Gras am Ende der Landebahn bereits greifbar. Beide Piloten wissen es: Als die Räder endlich in den Asphalt beißen, drängen sie rutschend die Fluten des Gewitters beiseite.
Ihr vollbesetzter Regionaljet vom Typ Embraer ERJ145 rast die Landebahn entlang. Die Bremsbeläge greifen kreischend, Störklappen schnellen hoch und der Umkehrschub heult – doch es reicht nicht.
Das Flugzeug ruckt jäh abwärts, Metall schreit unter plötzlicher Last auf und die Reifen fräsen sich brechend in den Boden. Es versinkt unter langsam verstummendem Getöse – und sie alle sind gerettet.
Wir nehmen euch mit zum obigen Vorfall. Er ereignete sich am 24. September 2025 am Roanoke-Blacksburg Regionalflughafen im Bundesstaat Virginia in den USA. Hier rettete ein System namens EMAS brachial, aber effektiv das Leben von drei Crewmitgliedern und 50 Passagieren – es war derweil nicht der erste Einsatz einer Technik, die zusehends Verbreitung findet.
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Flug 4339 von United Express endete anders als geplant, aber ohne Tote – mit Glück hatte das aber nichts zu tun. Die Dankesblumen gebühren EMAS (Engineered Materials Arresting System). Ins Deutsche übersetzt heißt das so viel wie »Stop-System durch gefertigte Materialien« – ein Notbremssystem am Ende von Landebahnen.
EMAS umfasst eine speziell konstruierte Auffangzone jenseits der Pistenenden. Sie besteht aus einem äußerlich wenig auffälligen Material, das bei starker Belastung – zum Beispiel durch ein tonnenschweres Flugzeug – nachgibt.
Die Reifen sinken in das leichte Material ein und brechen sich ihren weiteren Weg frei. Dieses Durchrollen durch das EMAS-Bett bremst rapide, aber kontrolliert und gleichmäßig ab. Hierdurch minimiert sich die Belastung auf die Passagiere, die so nicht abrupt in ihre Gurte krachen.
Vereinfacht könnt ihr euch den Effekt wie Fahren mit einem Auto oder Fahrrad durch ein Kiesbett, eine weiche Grasfläche oder tiefen Sand vorstellen. In der Praxis am Flugfeld kommen Zellenbeton-Blöcke oder Schaumglas zum Einsatz.