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Marktbericht: Nvidia: Zahlen von einem anderen Stern
Die im Vorfeld mit Spannung erwarteten Quartalszahlen des KI-Chipriesen Nvidia fielen beeindruckend aus. Im DAX profitieren Infineon und Siemens Energy vom Boom des US-Konzerns.
Es sind erneut Zahlen von einem anderen Stern, die der US-Halbleiterriese Nvidia am Vorabend nach US-Börsenschluss präsentierte. Der KI-Branchenprimus mit Sitz im kalifornischen Santa Clara hat im abgelaufenen zweiten Quartal seinen Umsatz im Jahresvergleich auf 96,2 Milliarden Dollar verdoppelt und damit die Markterwartungen übertroffen. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Umsatz von 92 Milliarden Dollar gerechnet.
Auch den Nettogewinn steigerte Nvidia deutlich: Gegenüber dem Vorjahresquartal legte er um 126 Prozent auf 59,7 Milliarden Dollar zu. Der Chip-Konzern prognostizierte für das nächste Geschäftsjahr ein Umsatzwachstum von 70 Prozent und sagte für das laufende Quartal Erlöse über den Schätzungen der Wall Street voraus.
Damit sei das akute Schreckgespenst eines breiten Markteinbruchs vorerst vom Tisch, kommentiert Frank Sohlleder, Analyst beim Broker ActivTrades. Zuletzt hatten Investoren trotz guter Ergebnisse verhalten agiert. Am Markt waren immer wieder die kritischen Fragen gestellt worden, ob, wann und wie sich die gigantischen Milliarden-Investitionen der Tech-Kunden rechnen würden. Offensichtlich gibt es aber weiterhin kein Zögern bei den Bestellungen.
Nvidia gilt mit seinen Produkten für Rechenzentren als ein zentraler Motor des KI-Booms. Die Halbleiter des kalifornischen Konzerns sind besonders gut geeignet für komplexe Rechentransaktionen, wie sie die Künstliche Intelligenz braucht. Für die Finanzmärkte ist die Bilanz deshalb ein Gradmesser für den Zustand der gesamten Branche.
Mit einem Börsenwert von mehr als fünf Billionen Dollar ist Nvidia aktuell das wertvollste Unternehmen der Welt. Die vorbörslichen Entwicklungen der technologielastige Nasdaq signalisieren für den Handelsstart am Donnerstag deutliche Gewinne, während der Gesamtmarkt in New York eher schleppend tendiert.
Nach US-Börsenschluss legte der Aktienkurs bereits zu: Nvidia-Aktien schlossen gestern an der Nasdaq vor Veröffentlichung bei 209,66 Dollar um 1,6 Prozent leichter. Im vorbörslichen US-Handel werden derzeit über 225 Dollar bezahlt. Das Rekordhoch liegt bei etwas über 236 Dollar.
Einige Analysten erhöhen ihre Kursziele für die Nvidia-Aktie. Die kanadische Bank RBC hat das Kursziel von 300 auf 330 Dollar angehoben und die Einstufung auf "Outperform" belassen. Eine starke Berechenbarkeit hinsichtlich der zukünftigen Nachfrage stelle den moderaten Gegenwind für die Profitabilität in den Schatten, schrieb heute Srini Pajjuri. Sowohl die Geschäftszahlen als auch der Ausblick des Herstellers von Hochleistungs-Halbleitern hätten die Erwartungen übertroffen.
Das Analysehaus Jefferies hat die Einstufung für Nvidia mit einem Kursziel von 300 Dollar auf "Buy" belassen. "Das Imperium schlägt zurück", betitelte Blayne Curtis seine erste Einschätzung der Quartalszahlen von Nvidia. Der Hersteller von Hochleistungshalbleitern habe erneut die Erwartungen überboten und die Geschäftsziele erhöht. Die Vorgaben für das Geschäftsjahr 2027/28 liefen auf einen Umsatz von etwa 700 Milliarden Dollar hinaus. Das sei deutlich mehr als die Markterwartung und die Prognose dürfte dabei sogar noch zurückhaltend sein.
Der starke Ausblick des kalifornischen KI-Taktgebers hat auch die Kurse im europäischen Halbleitersektor angetrieben. Der Gesamtmarkt blieb allerdings vor dem am Nachmittag startenden Notenbanktreffen in Jackson Hole eher träge.