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5,6 Milliarden Euro: Lidl-Mutter plant Rechenzentrum mit 1 Gigawatt
Die Unternehmen der Schwarz-Gruppe wollen in Dummerstorf bei Rostock ein weiteres Großrechenzentrum errichten. Die zunächst vorgesehenen 240 MW sollen vor allem die Cloud- und KI-Angebote von Schwarz Digits ausbauen. Langfristig ist sogar 1 GW Anschlussleistung möglich.
Die Muttergesellschaft von Lidl und Kaufland hat das Vorhaben im Rahmen einer Partnerschaft mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern angekündigt. Vorbehaltlich der erforderlichen Genehmigungen soll das Rechenzentrum bis 2033 eine Kapazität von 240 MW erreichen. Dafür veranschlagt die Schwarz-Gruppe Investitionen von rund 5,6 Milliarden Euro.
Die Kapazitäten sind einerseits für das eigene Ökosystem des Handelskonzerns vorgesehen. Andererseits soll Schwarz Digits damit seine Cloud- und KI-Dienste für externe Kunden ausbauen. Die IT-Sparte betreibt mit Stackit einen Cloud-Anbieter, der Daten ausschließlich in Rechenzentren innerhalb der EU verarbeitet. Bis 2045 hält die Schwarz-Gruppe einen Ausbau des neuen Standorts auf 1 GW Anschlussleistung für möglich. Wie hoch die Gesamtinvestition in diesem Fall ausfallen würde, nennt das Unternehmen nicht.
Das Projekt befindet sich noch in einem frühen Stadium. Selbst die technische Ausstattung und die Zusammenstellung der Chips für Cloud- und KI-Anwendungen sind noch nicht festgelegt. Als Standort ist ein Grundstück im Gewerbegebiet von Dummerstorf südöstlich von Rostock vorgesehen.
Im regulären Betrieb soll die Anlage ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien beziehen. Neben der in Norddeutschland verfügbaren Windenergie nennt die Schwarz-Gruppe das kühlere Klima als Standortvorteil: Die Außenluft könne häufiger zur freien Kühlung der Server eingesetzt werden.
Mit den Stadtwerken Rostock besteht zudem eine Absichtserklärung zur Nutzung der Abwärme. Diese könnte künftig in ein Fernwärmenetz fließen. Konkrete Angaben zur nutzbaren Wärmemenge oder zur Zahl der versorgbaren Haushalte gibt es bislang aber nicht.
Für Schwarz Digits wäre Dummerstorf bereits das zweite neue Großrechenzentrum im Osten Deutschlands. Im brandenburgischen Lübbenau entsteht bis Ende 2027 ein Standort mit rund 200 MW Anschlussleistung und Platz für bis zu 100.000 GPUs. Dort investiert die Schwarz-Gruppe nach eigenen Angaben elf Milliarden Euro. Mit perspektivisch 1 GW könnte das nun geplante Rechenzentrum bei Rostock deutlich größer ausfallen.
Die Partnerschaft umfasst außerdem die Digitalisierung der Landesverwaltung. Noch 2026 soll Mecklenburg-Vorpommern seine digitale Baugenehmigung auf der Stackit-Cloud einführen. Hinzu kommt die Open-Source-Bürosoftware openDesk, die zunächst für zentral verwaltete Lehrerarbeitsplätze vorgesehen ist. Land und Schwarz-Gruppe bezeichnen die Vorhaben als mögliche Blaupause für andere Bundesländer.