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Hohe Vitamin-D-Dosis könnte Menschen mit beginnender Demenz helfen
Unerwarteter Zusammenhang: Menschen ab 50 Jahren mit Schlafstörungen und leichter kognitiver Beeinträchtigung schnitten in einem Denk- und Gedächtnistest besser ab, wenn sie mindestens 5.000 Internationale Einheiten Vitamin D täglich einnahmen. In der kleinen Querschnittsstudie lag der adjustierte Unterschied bei 3,78 MoCA-Punkten. Ob das Vitamin die bessere Leistung verursacht, lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.
Atlanta (U.S.A.). Eine leichte kognitive Beeinträchtigung, kurz MCI, gilt als Zwischenstufe zwischen normalem Altern und einer Demenz. Gleichzeitig treten bei Betroffenen häufig Schlafprobleme auf. Welche Rolle die Vitamin-D-Einnahme bei Menschen spielt, bei denen beide Faktoren zusammenkommen, ist bisher kaum untersucht.
Forscher der Emory University um Victoria Pak haben nun geprüft, ob die täglich eingenommene Menge an Vitamin D mit der geistigen Leistungsfähigkeit zusammenhängt. An der Untersuchung nahmen 54 Menschen ab 50 Jahren mit diagnostizierter oder vermuteter MCI und gestörtem Schlaf teil. Ihre kognitive Leistung erfasste das Team mit dem Montreal Cognitive Assessment (MoCA), einem 30-Punkte-Screeningtest für verschiedene Denkfunktionen.
Die Teilnehmer gaben selbst an, ob und in welcher Dosis sie Vitamin-D-Präparate einnahmen. Das Team verglich vier Dosisbereiche mit einer Gruppe ohne tägliche Einnahme und berücksichtigte dabei unter anderem Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index, Bildungsstand und die Vitamin-D-Form.
Das Ergebnis: Nur für die höchste Kategorie von mindestens 5.000 Internationalen Einheiten pro Tag zeigte sich ein statistisch signifikanter Zusammenhang. Im Regressionsmodell lag der MoCA-Wert dieser Gruppe um 3,78 Punkte höher als bei Menschen ohne tägliches Vitamin D. Allerdings gehörten nur zwölf Teilnehmer zu dieser Hochdosisgruppe, und der p-Wert von 0,0387 lag nur knapp unter der vorab gewählten Signifikanzgrenze.
„Bei älteren Erwachsenen, die sowohl Schlafstörungen als auch eine leichte kognitive Beeinträchtigung haben, könnte dies ein entscheidendes Zeitfenster für Interventionen sein, in dem sich kognitive Veränderungen abzeichnen, aber noch Möglichkeiten bestehen, die Gehirngesundheit zu unterstützen“, sagt Victoria Pak.
Niedrigere Tagesdosen waren dagegen nicht signifikant mit höheren MoCA-Werten verbunden. Auch zwischen Vitamin D2 und D3 fanden die Forscher keinen signifikanten Unterschied bei der kognitiven Leistung. Damit deutet die Studie auf einen Zusammenhang speziell in der höchsten Dosisgruppe hin, liefert aber noch keinen Nachweis für einen Nutzen der Supplementierung.
Entscheidend ist das Studiendesign: Die Untersuchung war querschnittlich und beobachtend. Die Forscher haben den Teilnehmern keine Vitamin-D-Dosis zugeteilt, und die Einnahme beruhte auf Selbstauskünften. Objektive Vitamin-D-Spiegel wurden nicht erfasst. Zudem ist eine umgekehrte Kausalität möglich, etwa wenn Menschen mit besserer Kognition eher gesundheitsbewusst sind und höhere Dosen einnehmen.
Auch die kleine Stichprobe begrenzt die Aussagekraft. Die Autoren bezeichnen den Befund ausdrücklich als vorläufig und fordern größere Folgestudien. Hinzu kommt, dass 5.000 Internationale Einheiten pro Tag über dem im Fachartikel genannten tolerierbaren Höchstwert von 4.000 Internationalen Einheiten täglich für Menschen über acht Jahren liegen. Die Beobachtung ist daher keine Empfehlung, eine solche Dosis eigenständig einzunehmen.
„Zugängliche und veränderbare Faktoren wie die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten in früheren Stadien des kognitiven Abbaus zu identifizieren, könnte zunehmend wichtig werden, insbesondere weil die Zahl der Alzheimer-Erkrankungen weiter steigt“, ergänzt Pak.