// HEISE ONLINE — SPAZIO & SCIENZA
Premiere für Ariane 6: Neueste Generation europäischer Wettersatelliten komplett
Drei moderne Wettersatelliten sollen die Wettervorhersage in Europa für Jahrzehnte gewährleisten. Nun wurde die Konstellation komplettiert.
This article is also available in
English.
It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.
Die ESA hat die neueste Generation ihrer Wettersatelliten mit dem erfolgreichen Start von MTG-I2 komplettiert. Es ist der Zweite, der auf Fotos setzt. Der soll nun nicht nur hoch aufgelöste Satellitenfotos im Abstand von zweieinhalb Minuten liefern, sondern wie sein Vorgänger auch bei Tag und Nacht individuelle Blitze registrieren können. Im Verbund sollen die drei Satelliten nach der Inbetriebnahme der kompletten Konstellation auch dreidimensionale Darstellungen von Unwettern, Winden, Wolken sowie atmosphärischen Gasen liefern. Für die beim Start eingesetzte Rakete des Typs Ariane 6 war es der erste Start, bei dem ein Satellit in eine geostationäre Transferbahn befördert wurde.
Der zweite Meteosat Third Generation Imager Satellite folgt auf den Meteosat Third Generation Sounder Satellite (MTG-S1), der auf einen Infrarotsensor setzt, und den ersten Satelliten mit optischem Sensor MTG-I1. Zu dritt sollen sie nicht nur die Kontinuität der Wettervorhersage für die nächsten Jahrzehnte sicherstellen, sondern auch die Qualität der gesammelten Daten deutlich verbessern. Der erste wurde Ende 2022 gestartet, dank der Infrarottechnik kann der zweite auch unter die oberste Atmosphärenschicht blicken. An Bord hat der zudem ein Spektrometer, das als Sentinel-4 Daten zur Luftverschmutzung sammeln soll.
MTG-I2 und MTG-I1 blicken aus einem geostationären Orbit in 36.000 km Höhe auf die Erde und behalten damit also zu jeder Zeit dieselbe Region im Blick. Vor wenigen Wochen hat MTG-I1 von dort beeindruckende Aufnahmen der Sonnenfinsternis gemacht, die auch aus dem deutschsprachigen Raum zu sehen war. Auf den Satellitenfotos ist zu sehen, wie der Schatten über den Nordatlantik in Richtung Iberischer Halbinsel wandert und schließlich mit der Nachtseite verschmilzt. In Westeuropa war die Sonnenfinsternis vor Sonnenuntergang zu sehen, vor ihrem Ende war die Sonne unter dem Horizont verschwunden.
Die Daten der Satelliten kommen den nationalen Wetterdiensten Europas zugute, darunter auch der Deutsche Wetterdienst (DWD). Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa hat Ulrich Blahak vom DWD erklärt, dass sich Gewitter sehr schnell entwickeln. Der neue Satellit liefere gewissermaßen einen Film davon. Das sei besser als nur alle zehn Minuten ein Schnappschuss. Weil die Satelliten häufiger und detailreichere Bilder liefern, könne man die Entwicklung von Gewittern eine Viertelstunde früher erkennen. Entwickelt wurde der 3,8 Tonnen schwere Satellit von der Europäischen Weltraumagentur ESA im Auftrag des Satellitenbetreibers Eumetsat. Seine Lebensdauer ist auf mehr als zehn Jahre angelegt. Die nächsten Wettersatelliten will die ESA ab 2033 starten.
Keine News verpassen! Jeden Morgen der frische Nachrichtenüberblick von heise online
Ausführliche Informationen zum Versandverfahren und zu Ihren
Widerrufsmöglichkeiten erhalten Sie in unserer
Datenschutzerklärung.
Immer informiert bleiben: Klicken Sie auf das Plus-Symbol an einem Thema, um diesem zu folgen. Wir zeigen Ihnen alle neuen Inhalte zu Ihren Themen.
Mehr erfahren.