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Stage Tour ist exakt, was ihr von Rock Band und Guitar Hero kennt – nicht mehr und nicht weniger
Mit alten Instrumenten, Gamepad-Support und den YARG-Machern im Rücken feiert das Rhythmus-Genre sein lang ersehntes Comeback.
Stage Tour ist, was Rock Band und Guitar Hero waren für alle, die vor etwa 20 Jahren ihre Nachbarn mit ebenso schiefen wie schönen Gesangseinlagen, hölzernen Rhythmusstörungen und an Bronzestatuen heldenhafter Könige erinnernden Silhouetten verwöhnt haben. Oder anders: Das spielt sich genauso, wie ihr es in Erinnerung habt!
Falls ihr tatsächlich weder noch gespielt habt: In beiden Titeln spielt man bekannte Songs nach, und zwar entweder am Mikro, am Schlagzeug, an der Gitarre oder dem Bass, wofür man entsprechend nachgeahmte Controller nutzt. Guitar Hero, bei dem es ursprünglich nur um die titelgebenden Instrumente ging, war dabei der Vorreiter. Rock Band erweiterte das Konzept dann erstmals auf die ganze, nun Rock-Band.
Ich habe mich bei Entwickler RedOctane (wie immer) am Schlagzeug probiert und… ich sag‘ mal so: Community Manager Jacob Inselmann meinte wohlwollend, das komme schnell wieder. Wie Radfahren. Na, vielen Dank! 90 Songs werden diesmal von Beginn an dabei sein. Bleibt mir also genug Zeit zum Auffrischen.
Viel mehr gibt es ehrlich gesagt kaum zu berichten. Stage Tour bietet neue physische Instrumente an, wobei die Becken am Schlagzeug wieder extra zu Buche schlagen. Wer die alte Hardware noch bei sich stehen hat, kann aber einfach die nutzen. So ziemlich alles soll mit Stage Tour zusammen funktionieren. Cool! Und ich hatte gerade überlegt, mein Drum-Set zu entsorgen.
Ach, eine Sache vielleicht: Neu ist, dass es diesmal auch eine Steuerung per Gamepad gibt. Wie die alten und neuen Rhythmusspiele anderer Couleur eben. Damit wird kein bestimmtes Instrument simuliert, sondern eine Mischung aus Rhythmus, Riff und Melodie sowie ganz hauptsächlich schlicht der Spaß am Wippen mit den Fingern. Und das funktioniert erfreulich prächtig. Wobei übrigens jede Kombination aus Eingabegerät bis zu viert hier einsteigen kann – sowohl on- als auch offline.
Die titelgebende Tour steht neben dem schnellen Spiel dabei für den Karrieremodus: mit Roguelike-Elementen, also sicherlich nicht so ausgefeilt, wie man es unter anderem aus Rock Band kennt. Außerdem baut man keine eigenen Charaktere, sondern wählt das Alter Antlitz aus mehreren Dutzend vorgefertigten aus.
Ich habe Jacob im Anschluss dann noch schnell gefragt, warum diese Art Solo- und Partyspaß eigentlich verschwunden war und ob – wenn sich offenbar lange niemand so richtig dafür interessiert hat – es nicht ein Risiko sei, ihn jetzt wiederzubeleben. Hier ist, was er dazu zu sagen hatte:
"Wir sehen das nicht unbedingt als großes Risiko an. Anfang der 2000-er Jahre waren Guitar Hero und Rock Band die größten Spiele der Welt. Man hat es damals aber etwas übertrieben; für die beiden Marken wurden innerhalb von fünf Jahren etwa 19 Spiele auf den Markt geworfen, wodurch das Genre regelrecht ausgebrannt ist.
Im Jahr 2015 versuchten beide Franchises dann ein Comeback, gingen dabei aber sehr unterschiedliche Wege. Rock Band hielt es sehr simpel und reduzierte das Konzept aufs Wesentliche. Guitar Hero hingegen schlug eine experimentellere Richtung ein und fügte einen sechsten Bund hinzu. Keine der beiden Marken war damit so erfolgreich, wie man es sich wahrscheinlich erhofft hatte.