// TAGESSCHAU AUSLAND — MONDO
Was steckt hinter dem Öl-Abkommen mit Venezuela?
Die USA haben offenbar ein Öl-Abkommen mit Venezuela geschlossen. Laut Präsident Trump sichert sich das Land damit mehr als 65 Milliarden Barrel Öl. Außenminister Rubio spricht von großen Vorteilen auch für Venezuela.
US-Präsident Donald Trump sagt, dass die USA nun mehr als 65 Milliarden Fass nachgewiesener Ölreserven in Venezuela kontrollieren. Dies sei mit der Privatwirtschaft vereinbart worden. Die amtierende Präsidentin von Venezuela habe zugestimmt. Dieser Deal bedeute keine Kosten für die US-Steuerzahler - aber niedrigere Spritpreise in Amerika über viele Jahre. Die Menge des Erdöls, das den USA zur Verfügung steht, werde sich dadurch mehr als verdoppeln.
US-Außenminister Marco Rubio betonte die Vorteile für Venezuela, so wie er sie sieht: fast 100 Milliarden Dollar an privaten Investitionen, dazu Tausende gut bezahlte Jobs und ein Beitrag zum Wiederaufbau der Wirtschaft des Landes.
Dass die US-Regierung einen Anteil an den Ölfeldern eines anderen Landes haben soll, ist sehr ungewöhnlich. Völlig unklar ist auch, was Trumps Mitteilung konkret bedeutet: Bedeutet das einen Verkauf? Oder ist es die Übertragung eines Eigentumstitels? Und wie können eigentlich Ölvorkommen an ein anderes Land und an Privatunternehmen gleichzeitig übertragen werden?
US-Konzerne zeigten sich zuvor skeptisch, aufgrund der schlechten Infrastruktur und früherer Enteignungen.
mehr
Es begann im Januar dieses Jahres: US-Soldaten nahmen in einer Kommandoaktion den damaligen sozialistischen Diktator von Venezuela, Nicolás Maduro, in Caracas gefangen. Dann brachten sie ihn nach New York. Dort soll ihm der Prozess gemacht werden, der Vorwurf: sogenannter Drogenterrorismus.
Trump arrangierte sich dann sofort mit der Frau, die Maduro im Amt folgte: Delcy Rodríguez, die frühere Stellvertreterin. Und er setzte sich dafür ein, dass Rohöl aus Venezuela in die USA geliefert wird. Gleichzeitig warb er bei amerikanischen Konzernen dafür, nach Venezuela zu gehen und die Ölindustrie dort wieder auf Vordermann bringen.
Analyse
10.01.2026
Die USA wollen sich langfristig den Zugriff auf venezolanisches Erdöl sichern.
mehr
Um einen Regierungswechsel ist es den USA in Venezuela bisher offenbar nicht gegangen. Auch nicht darum, dass man dem Land Freiheit und Demokratie bringt. Trump unterstützt Maria Corina Machado, die Anführerin der demokratischen Opposition, nicht. Sie hatte dem US-Präsidenten ihren Friedensnobelpreis gewidmet und ihm die Urkunde überreicht - vermutlich in der Hoffnung, dass sich der Präsident geschmeichelt fühlt und sich dann auf die Seite der Demokratie stellt.