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Extremely Large Telescope nach Schneesturm: Aufnahmen zeigen weiße Atacama-Wüste
Der extreme El Niño hat in der Atacama-Wüste für gleich zwei Schneestürme gesorgt, vorübergehend war alles weiß. Jetzt gibt es weitere Bilder der Observatorien.
Die schneebdeckte Baustelle des Extremely Large Telescope inmitten dichter Wolken
Tage nach dem außergewöhnlich ergiebigen Schneefall in der chilenischen Atacama-Wüste zeigen neue Satellitenbilder und Drohnenaufnahmen, wie einige der wichtigsten Observatorien der Welt während des kurzlebigen Wetterphänomens ausgesehen haben. Begünstigt wurde die ungewöhnlich weitreichende Schneedecke laut der NASA wohl durch den extrem starken El Niño, der sich aktuell im Pazifik herausbildet. Die US-Weltraumagentur hat zwei Satellitenaufnahmen veröffentlicht, die zum einen die großflächige weiße Wüste am 19. August zeigen und zum anderen die schneebedeckte Umgebung des Atacama Large Millimeter/submillimeter Arrays (ALMA) der Europäischen Südsternwarte ESO. Die hat jetzt noch beeindruckende Drohnenaufnahmen des eingeschneiten Extremely Large Telescope nachgelegt.
Verantwortlich für die einzigartige Schneedecke in der extrem trockenen Wüste waren gleich mehrere Extremwetterereignisse, wie die NASA jetzt zusammenfasst. Zuerst hat es demnach Anfang August geschneit, vor dem 19. August wurde dann ein noch größeres Gebiet weiß gefärbt. Südlich der Stadt Antofagasta hat die Schneedecke dann sogar fast bis an den Pazifik gereicht, zeigt eine Aufnahme, die der NASA-Satellit Terra gemacht hat. Zur Ansicht vom Boden hat die ESO schon vor ein paar Tagen mehrere Fotos veröffentlicht, jetzt hat sie noch eine Luftaufnahme von der Baustelle des fast fertigen Extremely Large Telescope (ELT) nachgelegt.
Das Video zeigt im Licht der tief stehenden Sonne nicht nur die ungewöhnliche Schneedecke, sondern auch die dichten Wolken, die an einem der trockensten Orte der Erde äußerst rar sind. Die Observatorien werden gerade deshalb dort errichtet, weil die trockenen Bedingungen bestmögliche Voraussetzung für astronomische Beobachtungen bieten. Wenn es dann doch einmal feucht werde, liege das an Tiefdruckgebieten, die vom Jetstream abgeschnitten werden und gelegentlich bis nach Nordchile vordringen, erklärt die NASA. Das für die Region typische, trockene und wolkenlose Wetter kehrt dann aber rasch zurück, so auch in diesem Fall. Für die wissenschaftlichen Geräte ist das laut der ESO kein Problem, die sind vor dem rauen Klima geschützt, im Fall des ELT etwa durch die riesige Kuppel.
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Errichtet wird das ELT auf dem etwa 3000 m hohen Berg Cerro Armazones. Dessen Gipfel war vor Beginn der Bauarbeiten abgetragen worden. Die Fundamente des gigantischen Instruments haben die Arbeiter Anfang 2022 fertiggestellt. Allein dafür wurden fast 9000 m³ Beton verbaut. Jeder einzelne Block des darauf gesetzten Stahlgerüsts der Kuppel wiegt 70 Tonnen, die ist zwar inzwischen geschlossen, die riesigen Spiegel und wissenschaftlichen Instrumente fehlen aber noch. Das mit großem Abstand größte Teleskop der Welt soll 2028 seine wissenschaftliche Arbeit aufnehmen und Antworten zu grundlegenden Fragen der Astronomie, Astrophysik und Kosmologie liefern.
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