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Gamescom 2026: 368.000 Besucher sind genug, meinen auch die Veranstalter
Die Gamescom 2026 hat in Köln 368.000 Besucherinnen und Besucher aus 131 Ländern gezählt. Damit kamen rund 11.000 Menschen mehr als im Vorjahr, der bisherige Besucherrekord von 373.000 aus dem Jahr 2019 – noch vor der Covid-19-Pandemie – wurde jedoch knapp verfehlt.
Deutlich stärker fiel das Wachstum auf Ausstellerseite aus: Insgesamt belegten 1.743 Unternehmen aus 66 Ländern die rund 233.000 Quadratmeter große Ausstellungsfläche in Köln-Deutz. Gegenüber 2025 entspricht das einem Plus von 11 Prozent und erstmals sei das Gelände damit vollständig ausgebucht gewesen. Rund 72 Prozent der Aussteller kamen aus dem Ausland, hinzu kamen 48 Länderpavillons aus 41 Ländern. Auch das Fachpublikum legte zu: Mehr als 36.000 Fachbesucher reisten nach Köln, rund die Hälfte davon aus dem Ausland. Die stärksten Zuwächse gab es bei Besuchern aus Brasilien, Kanada, den Niederlanden und den USA.
Auch digital wuchs die Gamescom als Medienereignis. Die verschiedenen Formate der Messe erreichten laut Veranstalter bis Samstagabend mehr als 624 Millionen Aufrufe. 78 Millionen davon entfielen auf die Opening Night Live. Die gamescom dev kam auf 6.200 registrierte Teilnehmer, 15 Prozent mehr als im Vorjahr.
Bemerkenswert ist aber weniger, dass die Gamescom erneut wächst, als vielmehr, dass die Veranstalter einen neuen Besucherrekord im Vorfeld nicht zum eigentlichen Ziel erklärt hatten. Mehr Besucher bedeuten nicht automatisch eine bessere Messe: Volle Hallen, lange Schlangen und stockender Besucherverkehr gehören seit Jahren zu den größten Kritikpunkten. In diesem Jahr kamen mehr oder weniger umfangreiche Fälle von Technik- und Hardware-Diebstählen an Ständen hinzu, die im Nachgang der Messe kein gutes Zeugnis ausstellten.
Die Veranstalter hatten bereits vor Messebeginn erklärt, dass die Aufenthaltsqualität vor Ort mittlerweile wichtiger sei als ein neuer Höchstwert. Die diesjährige Messe setzte deshalb unter anderem auch auf digitale Warteschlangen und buchbare Zeitfenster, um die Besucherströme besser zu steuern.
Auch die aktuelle Sonntagsfrage von ComputerBase deutet in diese Richtung, wenngleich sie für den durchschnittlichen Messebesucher nicht repräsentativ sein wird. Unter den bislang rund 2.500 Teilnehmern an den Umfragen nannten gut 80 Prozent die Menschenmassen und teils stundenlange Wartezeiten als Grund, die Gamescom nicht besucht zu haben. Damit war dieser Faktor mit deutlichem Abstand die häufigste Antwort, vor den mit einem Besuch verbundenen Kosten und dem Zeitaufwand.
Unterm Strich fällt die Bilanz für die Veranstalter und auch die Koelnmesse positiv aus. Die Gamescom wächst beim Publikum moderat, bei Ausstellern und Fachbesuchern dagegen deutlich und erreicht bei der Internationalität neue Höchststände. Die Messe festige damit ihre Position als größtes Gaming-Event der Welt, heißt es, und auch für 2027 ist bereits die nächste Ausgabe terminiert. Die Gamescom findet dann vom 23. bis 29. August statt, die Messe für das allgemeine Publikum öffnet am 26. August.