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Onimusha: Way of the Sword im Test: Eine fast gelungene Wiederbelebung
Tolle Schwert-Skills und charismatische Figuren treffen auf ein passives Kampfsystem und lästiges Streckwerk. Hat sich Capcom mit dem Samurai-Epos verhoben?
Onimusha: Way of the Sword punktet mit starkem Helden und grundlegend attraktivem Kampfsystem, stolpert aber über diverses Streckwerk, nur zum Teil gelungene Modernisierungen und passive Gegner.
Das hier ist vermutlich einer der schwierigsten Tests, die ich dieses Jahr schreiben werde. Es gibt wenige Spiele, auf die ich mich in letzter Zeit mehr gefreut habe als auf Onimusha: Way of the Sword. Alles, was ich in den Previews sah, sprach für ein Revival, das zum prägnanten Kern eines geliebten Klassikers vorgestoßen war. Gefährlich wirkende Kämpfe, eine schöne Verwebung des echten Japan mit einer dämonendurchdrungenen Bedrohung und ein charismatischer Held – was konnte da noch schiefgehen?
Nun, im Grunde misslang gar nicht so viel. Tatsächlich habe ich nach der 26-stündigen Kampagne das Gefühl, dass in keinem der Bereiche wahnsinnig viel fehlt, um Onimusha: Way of the Sword zu einem vollauf würdigen Nachfolger der legendären Action-Adventure-Reihe zu machen. Es ist fast, als hätte man sich bei Capcom zu früh darüber gefreut, den Vibe der Klassiker getroffen zu haben. Ein paar Monate zusätzlicher Design-Schliff hätten vermutlich einen großen Unterschied gemacht.
Toshirō Mifune (1920–1997) gilt als einer der größten Schauspieler Japans. Internationale Berühmtheit erlangte er durch Meisterwerke wie „Die sieben Samurai“ (1954). Seine unverwechselbare Mimik dient Musashi im Spiel als optische Vorlage.
Kommen wir zunächst einmal zu den guten Seiten: Miyamoto Musashi als Hauptcharakter zu nehmen und ihm das Antlitz von Toshirō Mifune zu verleihen, bereichert das Spiel enorm. Ein Schwertkampf-Perfektionist, der den Oni-Gauntlet, zu dem er im Intro kommt, als entwürdigenden Cheat-Code betrachtet, war eine beseelte Wahl. Wer auch immer für das Performance-Capture verantwortlich war, verdient einen Preis, denn sein Musashi ist ein sympathischer Sauhund der Extraklasse. Von flammender Entschlossenheit über aufrichtige, aber im Kontext entwaffnend lustige Panik bis zu dem, was Amerikaner wohl vor Augen haben, wenn sie den Begriff “shit-eating grin” hören – dieses Gesicht kann einfach alles.
Zu verfolgen, wie dieser Musashi lernt, in seinem Bestreben nach Meisterschaft einen Sinn jenseits des Selbstzwecks zu finden, das macht richtig Spaß. Überhaupt ist alles, was an Geschichte in den Zwischensequenzen passiert, erfreulich charaktergetrieben und sowohl Musashis Onimusha-Mentor Takamura als auch die auf Rache sinnende junge Tänzerin Okuni erleben ein paar emotionale Momente, die nicht kalt lassen. Sogar die Gegenspieler sind charismatisch, insbesondere Sasaki Ganryu ist so schräg, dass ihm die Sake-Tassen reihenweise aus dem Schränkchen schlittern.
Auf spielerischer Seite mag ich, dass das Kampfsystem extrem ausdrucksstark angelegt ist. Diese Fülle an Optionen, dem Gegner mit dem richtigen Timing zuvorzukommen, ist keine schlechte Wahl, wenn man ein Spiel über den vielleicht besten Schwertkämpfer aller Zeiten machen will. Auf jede Aktion seiner Feinde hat so jemand mehrere Antworten parat und Way of the Sword spiegelt das wider, indem ihr nicht nur blocken, parieren, ausweichen, sondern auch gegnerischen Attacken per Issen-Schlag zuvorkommen könnt. Der funkenstiebende Kontakt der Klingen ist ein wundervolles Schauspiel. Der Einsatz des Bogens ist griffig, die verschiedenen Nebenwaffen mit speziellen Effekten hübsch in Szene gesetzt und das Entzünden des Schwertes nach mehreren erfolgreichen Abwehraktionen für den vorübergehenden “Blazing”-Zustand ist spektakulär. All das erweckt den Eindruck eines mit allen Wassern gewaschenen Kriegers.
Ebenso gefallen haben mir die Haupt- und Sub-Bosse, die mit sehr soliden Design-Ideen und reichlich verquerem Flair eine gute Geschicklichkeitsprobe darstellten. Mehr als drei Versuche brauchte ich zwar erst bei späteren Exemplaren, aber so gut wie