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Met-Gala-Ausstellung von Designer John Galliano abgesagt
Anna Wintour und John Galliano (bei der Dior-Modenschau im Januar): Comeback im Jahr 2014
Es sollte eine große Ehre sein: John Galliano sollte eine Einzelausstellung im New Yorker Metropolitan Museum of Art gewidmet werden. Zudem wäre die Met Gala, eines der wichtigsten Ereignisse im Modekalender, von seinen Entwürfen geprägt gewesen. Doch am Montag sagten das Museum und der Modemacher die geplante Ausstellung ab.
Das Museum reagierte damit auf heftige Kritik, die frühere antisemitische und rassistische Äußerungen Gallianos ausgelöst hatten. Das Museum teilte mit, die Ausstellung »John Galliano: Horizons« werde durch eine andere Frühjahrsausstellung ersetzt, die zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werde. »Nach eingehenden Gesprächen mit John Galliano haben wir gemeinsam beschlossen, die Ausstellung nicht durchzuführen«, erklärte der aus Österreich stammende Museumsdirektor Max Hollein in einer Stellungnahme.
Modemacher Galliano: »Übernehme Verantwortung für den Schmerz«
Galliano veröffentlichte ein Statement auf seinem Instagram-Account: »Nach reiflicher Überlegung und Gesprächen mit dem Met und allen Beteiligten habe ich mit großer Trauer beschlossen, dass es das Beste ist, die Ausstellung zum jetzigen Zeitpunkt nicht stattfinden zu lassen. Ich übernehme weiterhin die volle Verantwortung für den Schmerz, den meine Worte in der Vergangenheit verursacht haben, insbesondere für das Leid, das ich der jüdischen und der asiatischen Gemeinschaft zugefügt habe, und es tut mir nach wie vor zutiefst leid.«
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John Galliano gilt aufgrund seiner extravaganten Entwürfe seit Langem als eines der größten Talente der Modewelt. Jahrelang war er Kreativdirektor von Christian Dior. Er wurde aus dieser Position entlassen, als eine Reihe rassistischer und antisemitischer Äußerungen aus den Jahren 2010 und 2011 ans Licht kamen, sich viral verbreiteten und schließlich zu seiner Verurteilung in einem Antisemitismus-Prozess in Frankreich führten.
Unter anderem dokumentierte ein Handyvideo, wie Galliano in einer Pariser Kneipe neben antisemitischer Schimpftiraden gegen Tischnachbarn ausrief, er »liebe Hitler«. Bereits vorher hatte es Vorwürfe gegeben.
Nach seiner Entlassung bei Dior bemühte sich Galliano mehrere Jahre lang um seine Rehabilitierung. Sein Comeback gelang ihm im Jahr 2014, als er vom Pariser Modehaus Maison Margiela engagiert wurde. Dort war er ein Jahrzehnt lang tätig.
Bevor die Ausstellung angekündigt wurde, hatte das Museum Gespräche mit Vertretern der jüdischen Gemeinde geführt, in der Hoffnung, erwartete Gegenreaktionen abzuwenden. Doch die Empörung nahm nur noch zu.