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Anthropic sichert sich weitere KI-Rechenleistung für 35 Milliarden Dollar
Anthropic soll weitere 35 Milliarden Dollar für KI-Rechenleistung ausgeben. Nvidia sichert die Infrastruktur ab und stärkt so die Nachfrage nach eigenen Chips.
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Anthropic sichert sich weitere große Mengen Rechenleistung: Der KI-Entwickler hat einen Cloud-Vertrag über 35 Milliarden US-Dollar mit dem auf KI-Rechenkapazität spezialisierten Anbieter Lambda abgeschlossen. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf mit dem Deal vertraute Personen.
Das dafür vorgesehene Rechenzentrum wird von Hut 8 im texanischen Nueces County gebaut. Nvidia hat mit dem Rechenzentrumsentwickler einen langfristigen Mietvertrag über die Kapazität abgeschlossen und stellt sie Lambda zur Verfügung, ohne dass der Cloud-Anbieter sie selbst anmieten muss. Nvidia ist an Lambda beteiligt und hat damit ein direktes wirtschaftliches Interesse am Erfolg des Cloud-Anbieters.
Wie viel Rechenkapazität für den Deal vorgesehen ist, wurde bislang nicht bestätigt. Hut 8 hatte im Juli mitgeteilt, dass ein nicht genannter, besonders kreditwürdiger Kunde rund 700 Megawatt IT-Kapazität für 15 Jahre gemietet habe.
Lambda soll im neuen Rechenzentrum Nvidia-Chips installieren und Anthropic die darauf erzeugte Rechenleistung bereitstellen. Wie viel Lambda Nvidia für den Zugang zur Rechenkapazität zahlt, ist laut Wall Street Journal nicht bekannt. Über den Vertrag berichteten auch Bloomberg und Reuters unter Berufung auf eigene Quellen. Keines der beteiligten Unternehmen hat den Deal bislang bestätigt.
Die komplexe Vertragsstruktur ist ein weiteres Beispiel für Nvidias zunehmend zirkuläre Finanzierungsmodelle. Der Konzern setzt seine Finanzkraft ein, um KI-Infrastruktur abzusichern, die wiederum die Nachfrage nach seinen eigenen Chips erhöhen soll.
Ein im Juli angekündigtes Programm für kleinere, auf KI-Rechenleistung spezialisierte Cloud-Anbieter wie Lambda trieb diese Logik noch weiter: Nvidia wollte zusätzlich Kredite vergeben, bei Bedarf selbst Kapazität abnehmen und zugleich an den Cloud-Umsätzen der Partner beteiligt werden. Damit wären Finanzierung, Nachfrageabsicherung, Chipverkauf und Umsatzbeteiligung noch enger miteinander verknüpft gewesen. Teile des Programms wurden inzwischen auf Eis gelegt. Ob Lambda Nvidia auch beim neuen Texas-Projekt an seinen Umsätzen beteiligen muss, ist laut Wall Street Journal nicht bekannt.
Für Anthropic reiht sich der Lambda-Vertrag in eine Serie milliardenschwerer Infrastrukturdeals ein. Berichten zufolge schloss das Unternehmen erst Ende August einen Vertrag über 45 Milliarden US-Dollar mit Nscale, um Rechenkapazität mit Nvidia-Chips in West Virginia zu nutzen. Zuvor kündigte Anthropic eine 50 Milliarden-Dollar-Investition in US-Rechenzentren an. Außerdem vereinbarte Anthropic mit SpaceX einen Compute-Vertrag, der bei voller Laufzeit Zahlungen von knapp 45 Milliarden US-Dollar umfassen könnte.
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