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Pentagon startet eigene Version von ChatGPT und Grok
Das Pentagon nutzt jetzt eigene Versionen von ChatGPT und Grok. Wofür setzt das US-Militär die KI-Dienste ein?
Das US-Verteidigungsministerium hat mit ChatGPT Mil und Grok for Government zwei speziell für das Pentagon angepasste KI-Dienste auf seiner Plattform GenAI.mil gestartet. Diese ist bewusst als Multi-Modell-System angelegt, damit Militärangehörige und zivile Beschäftigte zwischen verschiedenen Modellen wählen können und Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern vermieden werden. Nach Angaben des Pentagons zählt GenAI.mil mittlerweile mehr als 1,7 Millionen Nutzer bei insgesamt mehr als drei Millionen Beschäftigten des Verteidigungsministeriums.
Das Pentagon beschreibt ChatGPT und Grok als Werkzeuge für Soldaten. Dem Verteidigungsministerium zufolge sind sie jedoch auf Impact Level 5 (IL5) beschränkt und dürfen keine als geheim eingestuften Informationen verarbeiten. Als Einsatzfelder nennt das US-Verteidigungsministerium vor allem administrative und unterstützende Aufgaben wie Planung, Logistik und Beschaffung.
Gegenüber dem US-Medium Defense One heißt es aus dem Pentagon und von OpenAI, dass die über GenAI.mil angebotenen Modelle bei militärischer Planung unterstützen können, aber nicht für Kampfeinsätze vorgesehen seien. Für solche Anwendungen teste und beschaffe das Pentagon andere Systeme. Unabhängig überprüfen lässt sich diese Abgrenzung bislang nicht.
Kommerzielle KI kam beim US-Militär bereits in Kampfeinsätzen zum Einsatz. So wurde Anthropics Claude nach Medienberichten während des Iran-Kriegs in Verbindung mit Palantirs Maven-System genutzt. Welche Rolle das Sprachmodell bei einzelnen Zielentscheidungen spielte, ist allerdings unklar.
Bestätigt ist, dass das Pentagon die Infrastruktur für KI-Dienste auch in klassifizierten Netzen ausbaut. Mit mehreren großen Anbietern bestehen Vereinbarungen über KI-Systeme für die Sicherheitsstufen IL6 und IL7, die unter anderem Nachrichtengewinnung und militärische Entscheidungen in operativen Umgebungen unterstützen sollen.
Unabhängig von diesen Vereinbarungen war die Einführung von ChatGPT und Grok für GenAI.mil bereits seit Längerem geplant, erfolgte aber später als zunächst angekündigt. Einen offiziellen Grund für die Verzögerungen nannten die Beteiligten nicht. Defense One beschreibt die Sicherheitsintegration jedoch als aufwendig: ChatGPT musste in einer separaten Umgebung bereitgestellt und unter anderem von der NSA auf Sicherheitsrisiken geprüft werden.
ChatGPT Mil und Grok for Government ergänzen Google Cloud’s Gemini for Government, das bereits seit dem Start von GenAI.mil im Dezember 2025 verfügbar ist. Auch Anthropics Claude war offenbar für die Plattform vorgesehen, die Integration scheiterte jedoch am Streit über Nutzungsbeschränkungen bei Massenüberwachung und autonomen Waffen. Das Pentagon stufte Anthropic daraufhin als Lieferkettenrisiko ein und setzte das Unternehmen damit faktisch auf eine schwarze Liste. Ende August erklärte ein US-Gericht diese Einstufung für rechtswidrig.
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