// TAGESSCHAU WIRTSCHAFT — FINANZA
KI macht Smartphones, Computer und Konsolen teurer
KI verteuert technische Produkte wie Smartphones, Notebooks und Spielekonsolen. Denn Chips werden immer mehr zur Mangelware. Das treibt die Preise in die Höhe und sorgt für weniger Auswahl.
Wer in diesem Jahr über die Anschaffung neuer Technik nachdenkt, muss sich bei vielen beliebten Elektronikgeräten auf Preissteigerungen und eine geringere Auswahl einstellen. Verantwortlich dafür ist der weltweite Boom rund um Künstliche Intelligenz (KI), der die Halbleiterindustrie grundlegend verändert.
Hinter dem Betrieb von Künstlicher Intelligenz stehen Hochleistungsrechenzentren, die ein großer Abnehmer für leistungsfähige Chips geworden sind. Hierhin verschieben sich deshalb viele Produktionskapazitäten. Moderne Prozessoren und schnelle Speichermodule, die im Konsumgüterbereich eingesetzt werden können, werden somit zur Mangelware.
Besonders zu spüren ist diese Verknappung für Verbraucherinnen und Verbraucher bei Produkten, die selber rechenintensiv sind: zum Beispiel Smartphones, Notebooks, PCs sowie Gaming-Hardware und Spielekonsolen. Das analysierte das Marktforschungsunternehmen NIQ zum Start der Technikmesse IFA auf Basis aktueller Marktzahlen.
Im Juni hatte beispielsweise Apple angekündigt, die Preise infolge der gestiegenen Chip-Kosten anzuheben. Der jüngst verabschiedete Konzernchef Tim Cook nannte Preiserhöhungen "unvermeidlich". Wie stark sich das niederschlagen wird, zeigt sich mutmaßlich nächste Woche: Dann wird mit der Vorstellung der neuen Modelle iPhone 18 Pro und Pro Max gerechnet.
Andere Elektronikhersteller wie HP, Dell und Nintendo haben ihre Preise bereits erhöht, berichtete das Wall Street Journal ebenfalls im Juni. Der Digitalverband Bitkom rechnet für das laufende Jahr mit einem Durchschnittspreis von 646 Euro pro Smartphone - ging aber schon zu Jahresbeginn von weiter steigenden Preisen aus.
Analyse
22.08.2026
China prescht vor, doch Deutschland hat beim Boom humanoider Roboter durchaus Chancen.
mehr
Hersteller passen ihre Strategie an die Engpässe an, indem sie sich vor allem auf nachfragestarke Konfigurationen wie 256- oder 512-Gigabyte-Speicher konzentrieren, die Vielfalt der angebotenen Modelle reduzieren oder die Preise anheben. Besonders günstige Einstiegsgeräte werden dadurch knapper.
NIQ-Branchenexperte Alexander Dehmel gibt zwar Entwarnung vor einer flächendeckenden Krise wie noch im Jahr 2020, warnt jedoch vor spürbaren Mehrkosten für Käufer: Zwar stehe kein genereller Lieferstopp bevor, doch bestimmte Konfigurationen mit hoher Rechenleistung und üppigen Speicherkapazitäten würden sich verteuern oder seien zeitweise nur mit längeren Wartezeiten verfügbar.