// HEISE ONLINE — HARDWARE & GADGET
E-Motorräder von Zero: Endlich schnell laden dank Nachrüstlösung ab Bj. 2022
Zero Motorcycles will seine E-Motorräder mit DC-Schnellladern ausstatten. Das dürfte die Langstreckentauglichkeit deutlich verbessern und ist nachrüstbar.
This article is also available in
English.
It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.
Der US-Elektromotorradhersteller Zero Motorcycles hat für 2027 eine DC-Schnellladefunktion über eine Standard-CCS-Steckdose für seine Fahrzeuge angekündigt. Damit adressiert das Unternehmen eine der größten Schwächen seiner bisherigen Modelle: die langen Ladezeiten. Bisher waren Zero-Fahrer auf AC-Laden mit Zeros Onboard-Chargern angewiesen – je nach Modell und optionalem Zubehör mit rund 1,3 bis 12 Kilowatt Ladeleistung. Zwar war am oberen Ende die Ladeleistung schon ganz gut für ein Motorrad, an AC-Ladestationen muss man allerdings üblicherweise ein eigenes Kabel mitbringen, was beim sperrigen, schweren Typ-2-Kabel nicht ideal ist. DC-Ladestationen dagegen haben immer einen Stecker am Gerät. Dazu kommt, dass die meisten neuen Ladestationen DC sind.
Hersteller wie Livewire (eine Tochter von Harley-Davidson) oder Honda haben DC-Schnellladen über den CCS-Standard bereits in ihren Modellen integriert, bei Harley/Livewire ging schon das erste Modell mit CCS an den Start. Ähnlich machte es der inzwischen insolvente italienische Hersteller Energica. Dessen Motorräder wie Ego oder Eva erreichen praxisnah DC-Ladeleistungen von rund 20 Kilowatt und laden ihren Akku von 0 auf 80 Prozent in unter 40 Minuten, abhängig von Modell und Ladeinfrastruktur. Der skandinavische Nischenhersteller Verge positioniert sich mit seinen Elektro-Motorrädern ebenfalls im Premiumsegment und bewirbt hohe Ladeleistungen über CCS. Zeros bisheriger Fokus auf AC-Ladung war dem Umstand geschuldet, dass früher im Kurvenhinterland kaum DC-Lader standen. Das hat sich zwischenzeitlich geändert.
Besonders interessant ist, dass es eine Nachrüstoption für die großen Straßenmodelle aber Baujahr 2022 geben soll. Zero schreibt: „Das neue Schnelllademodul für die CCS-Technologie wird derzeit vom Zero-Entwicklungsteam finalisiert. Es wird für alle neuen Zero Dual Sport und Street Motorräder im Laufe des Jahres 2027 verfügbar sein. Besonders wichtig für alle Besitzer von aktuellen Zero Modellen: Die neue CCS-Technologie wird so ausgelegt, dass sie auch als Zubehör in alle bisher produzierten Dual Sport und Street-Motorräder vom Modelljahr 2022 bis heute nachgerüstet werden kann. Das entsprechende Zubehörteil soll ebenfalls ab dem kommenden Jahr im Handel erhältlich sein.“ Das betrifft also die Modelle S, SR, SR/S, SR/F, DS, DSR und DSR/X mit Cypher-III-Betriebssystem.
Bisher konnte man von Zero für einige Modelle eine Nachrüstung von serienmäßigen 6,6 Kilowatt auf 12,6 Kilowatt bekommen, was laut Zero eine Ladung von 20 auf 80 Prozent in einer knappen Dreiviertelstunde ermöglichte. Mit der angekündigten CCS-Gleichstromladung soll sich die Ladezeit für die Modelle mit 17,3-kWh-Batterie von 20 auf 80 Prozent von bisher minimal 40 Minuten (mit dem leistungsstärksten AC-Onboard-Charger) auf 30 Minuten reduzieren, wie Zero schreibt.
Beim AC-Laden sitzt die gesamte Leistungselektronik im Fahrzeug selbst. Der sogenannte Onboard-Charger wandelt den Wechselstrom aus der Steckdose in Gleichstrom für die Batterie um. Da Motorräder bauartbedingt wenig Platz für große Wandler bieten, bleibt die Ladeleistung begrenzt. Beim DC-Laden hingegen speist die Ladesäule direkt Gleichstrom in den Akku, in Absprache mit dem Batteriemanagementsystem des Fahrzeugs. Das Fahrzeug muss dazu die entsprechende Kommunikation mit der Säule bereitstellen. In Europa passiert das typischerweise über den CCS-Combo-2-Standard mit Power Line Communication (PLC).
Die CCS-Ladeinfrastruktur ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. E-Motorradfahrer können zunehmend dieselben Schnelllader nutzen wie PKW-Fahrer. Ob Zero dabei eher auf moderate Ladeleistungen mit Fokus auf Akkulebensdauer setzt oder mit ambi