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KI befeuert die Nachfrage nach LTO-Bändern
Das Magnetband galt lange als Auslaufmodell. Nun wächst der LTO-Markt schneller als seit Jahren – KI und steigender Archivierungsbedarf machen es möglich.
Magnetbänder gelten vielen als Technik von gestern – doch das Gegenteil ist der Fall. Gerade weil Datenmengen in einem noch nie dagewesenen Tempo wachsen, erleben LTO-Bänder eine echte Renaissance. KI-Anwendungen verschlingen riesige Mengen an Trainingsdaten, Unternehmen suchen nach kostengünstigen und energieeffizienten Wegen zur Langzeitarchivierung, und die Bedrohung durch Ransomware macht offline gespeicherte Daten wieder attraktiv. Das Magnetband, einst als Auslaufmodell abgeschrieben, steht plötzlich wieder im Zentrum moderner Datenstrategie.
Die Mitglieder des LTO-Konsortiums – Hewlett Packard Enterprise, IBM und Quantum Corporation – haben Anfang September 2026 ihren jährlichen Marktbericht zur LTO-Bandtechnologie veröffentlicht. Das Ergebnis ist erfreulich für die Anbieter: Im ersten Quartal 2026 stiegen die ausgelieferten Kapazitäten um 57 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Treiber dieser Entwicklung sind vor allem der wachsende Bedarf an Speicher für KI-Trainingsdaten, klassische Archivierungsanforderungen und der Wunsch nach cyber-resilienten Backup-Lösungen.
Das Jahr 2024 hatte mit 176,5 Exabyte bereits einen absoluten Rekord gesetzt – ein Plus von 15,4 Prozent gegenüber 2023. Im Jahr 2025 gingen die Liefermengen leicht um neun Prozent auf 160,3 Exabyte zurück, lagen damit aber immer noch höher als in jedem anderen Jahr vor 2024. Der Start von LTO-10 mit einer nativen Kapazität von 30 und 40 Terabyte pro Kassette hat das Marktinteresse erneut deutlich belebt und dürfte den Wachstumstrend weiter verstärken.
Neben dem KI-Boom stützen auch klassische Archivierungsaufgaben die Nachfrage. Besonders relevant ist die Energieeffizienz von Bändern: In einer Zeit, in der die Stromversorgung von Rechenzentren zunehmend zum Engpass wird, verbrauchen Bandlaufwerke im Ruhezustand praktisch keinen Strom – ein Vorteil, den keine andere Speichertechnologie in dieser Form bieten kann.
Noch hat Tape als kostengünstiges, energiesparendes und offline-sicheres Archivmedium seinen Platz in der modernen Datenstrategie nicht verloren. Doch einige Unternehmen arbeiten an moderneren Techniken der Langzeitarchivierung. Selbst Microsoft ist mit seinem Project Silica dabei, doch vor allem eher unbekannte Unternehmen: Cerabyte brennt Muster auf eine keramikbeschichtete Glasplatte, S-Photonix nutzt 3D-Voxel in Quarzglas, Piql und Digifilm schreiben Muster auf Filmrollen – und am Thema DNA als Langzeitspeicher für Daten arbeitet gleich mindestens ein Dutzend Unternehmen.
(ll)
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