// TAGESSCHAU WIRTSCHAFT — FINANZA
Sind Roboter wirklich die Zukunft?
Die Technikmesse IFA zeigt, was humanoide Roboter heute schon können und wo noch Grenzen liegen. Ihr Potenzial ist weitgehend unstrittig. Doch wie schnell erobern die Maschinen den Alltag?
Humanoide Roboter laufen, greifen, sortieren Gegenstände und können mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) auf ihre Umgebung reagieren. Elon Musk prognostiziert, dass in den kommenden zehn Jahren rund eine Milliarde solcher humanoiden Roboter im Einsatz sein werden. Arbeit werde für Menschen optional, sagt der Chef von Tesla. Das Unternehmen entwickelt gerade selbst einen humanoiden Roboter. Ist Musks Vision deshalb von zu viel Optimismus geprägt?
Analyse
22.08.2026
China prescht vor, doch Deutschland hat beim Boom humanoider Roboter durchaus Chancen.
mehr
Wohin die Reise gehen könnte, will der Innovationsbereich IFA Next auf der Technikmesse in Berlin zeigen. Dort wird präsentiert, was die neueste Generation kann - unter anderem Sprache verstehen, Bilder auswerten und ihre Handlungen an die jeweilige Situation anpassen.
Ging es früher vor allem um die Demonstration programmierter Abläufe, kommt jetzt Künstliche Intelligenz ins Spiel. Das chinesische Unternehmen Xiaomi beispielsweise stellt einen Roboter vor, der nicht mehr über ein starres Skript gesteuert wird. Nach Angaben des Unternehmens erkennt der Roboter seine Umgebung und kann mithilfe von KI darauf reagieren. Der Roboter entscheide selbst über jede Bewegung.
Der chinesische Roboterbauer Unitree hat ein erfolgreiches Börsendebüt in Shanghai gefeiert.
mehr
Eine Frage, mit der die Firma Dögel auf der IFA wirbt. Das Unternehmen aus Sachsen-Anhalt ist der Distributor des chinesischen Roboter-Herstellers AgiBot. Das Unternehmen fordert die Messebesucher explizit dazu auf, eigene Anwendungsfälle mitzubringen. Vor Ort soll geprüft werden, ob sich der Roboter für den jeweiligen Einsatz eignet. Humanoide Roboter der Firma sind in Deutschland vor allem in den im Fahrzeugbau, in der Logistik und Lebensmittelbranche im Einsatz.
"2035 wird es kein Unternehmen ohne humanoide Roboter mehr geben", sagt Geschäftsführer Mathias Dögel. Deutschland sei deshalb jetzt politisch und wirtschaftlich gefordert. Man habe mit Maschinenbau, Automatisierung und Industrie zwar hervorragende Voraussetzungen, müsse die Forschung aber schneller in Produkte überführen und Unternehmen mehr Raum zum Experimentieren geben.
"China baut heute nicht nur Roboter, sondern gleichzeitig einen riesigen Heimatmarkt auf, in dem diese Technologie lernen und skalieren kann", sagt der Geschäftsführer. Wenn Deutschland weiter zu lange über Regulierung diskutiere, drohe es, 2035 vor allem Anwender chinesischer Technologie zu sein - und nicht an deren Erfolg zu verdienen.