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IFA: Neue KI-Brillen: Dashcam, Dolmetscher und Walkie-Talkie-Ersatz
In Berlin präsentieren Firmen eine neue Generation von KI-Brillen, die Grenzen der aktuell verfügbaren Technik weiter verschieben.
Das Startup L’Atitude 52°N aus Berlin setzt auf stylische KI-Brillen
Dass es auf und rund um die IFA einige neue KI-Brillen zu sehen gibt, dürfte niemanden überraschen: Bereits im vergangenen Jahr hatten mehrere kleinere Firmen versucht, ihre Smart Glasses als würdige Konkurrenz zu den bekannten Meta-Brillen zu präsentieren. In diesem Jahr war die TCL-Tochter RayNeo vorgeprescht, die bereits im Vorfeld der Messe ihr neues Modell RayNeo iO präsentierte.
Ebenfalls wieder am Start ist L’Atitude 52°N aus Berlin, das auf der IFA die zweite Generation seiner KI-Brillen präsentiert. Doch während es bei dem Startup vor allem um Design und Detailverbesserungen geht, versuchen andere Hersteller, die Grenzen des aktuell technisch Machbaren auszuloten und mit innovativen Features aufzutrumpfen.
Dazu gehört etwa das Unternehmen INMO, das auf der Global Connect Show am Rande der Messe seine KI-Brille GO3 zeigte, die – wie etwa die RayNeo iO – eine Projektion in grüner Farbe in beiden Gläsern bietet, in deren Rahmen aber auch – wie bei den Meta-Brillen – eine Kamera und eine LED sitzen. Üblicherweise muss man sich bislang aus Platzgründen für eines von beiden entscheiden oder zu einem Modell greifen, bei dem Kamera und LED mittig über dem Nasensteg sitzen, der dadurch aber oft ungewöhnlich breit ausfällt. Auch Lautsprecher und vier Mikrofone haben noch Platz gefunden.
Wie bei KI-Brillen üblich, kann auch die GO3 in Verbindung mit der KI in der Begleit-App auf dem verbundenen Smartphone Sätze übersetzen lassen, die ein Gegenüber in einer Fremdsprache äußert. Laut Hersteller sind dies hier gleich 98 Sprachen. Doch dabei blieb bislang immer ein Problem: Wie soll man antworten? INMO hat bei der GO3 dafür tatsächlich eine Lösung: Als Träger der KI-Brille kann man seinerseits Sätze in seiner eigenen Sprache einsprechen, die dann in der übersetzten Fassung über ein (separat erhältliches) drahtlos verbundenes Lautsprecher-Modul ausgegeben werden. Wie gut das am Ende in der Praxis funktioniert, wird sich natürlich zeigen müssen.
Bei der Stromversorgung geht INMO ebenfalls neue Wege: Der Akku sitzt am Ende eines Bügels und lässt sich wie ein USB-Stick abziehen. Ist er leer, tauscht man ihn einfach gegen ein volles Exemplar aus. Der ganze Vorgang soll laut Hersteller nur fünf Sekunden dauern, wobei man nicht einmal die Brille absetzen muss. Den leeren Akku lädt man dann wieder auf und kann so rund um die Uhr durchtauschen.
Zwei Wermutstropfen gibt es aber: Eine Akkuladung reicht nur für rund drei Stunden, sodass man recht häufig wechseln muss. Und zudem stattet INMO die Brille bei Bedarf nicht direkt mit Korrekturgläsern aus, sondern liefert einen Rahmen, in den man solche (von ausgewählten Optikern) einsetzen kann. Dadurch wird die gesamte Konstruktion aber schnell recht klobig.
Wer sich daran nicht stört, soll die INMO GO3 in Kürze für 649 Euro offiziell in Deutschland kaufen können. 60 Euro kommen noch einmal für ein Bundle aus Ersatzakku und passendem Ladegerät hinzu; ein Etui mit Akku gibt es hingegen bei dieser KI-Brille logischerweise nicht.
BleeqUp zeigt in Berlin wiederum seine smarte Sportbrille, die Modellen wie der Oakley Meta Vanguard ernsthaft Konkurrenz machen soll. Damit das klappt, hat der Hersteller zunächst einmal die Möglichkeit geschaffen, den Neigungswinkel der integrierten Kamera anzupassen. So sollen Fotos und Videos immer gut aussehen, unabhängig davon, ob man die KI-Brille zum Laufen oder zum Radfahren einsetzt. Passend zur Sportausrichtung ist die Brille staub- und gegen Spritzwasser aus allen Richtungen geschützt (IP54).