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IFA: Modulares Notebook "Vero": Acer eifert Framework nach, lässt aber Fragen offen
Acers Vero 16 ist ein modulares Notebook zum einfachen Um- und Nachrüsten. Das Konzept erinnert ansatzweise an die Mobilgeräte von Framework.
Vero 16 steht laut Acer für Langlebigkeit und nachhaltiges Design. Das elegante Notebook lässt sich mit handelsüblichem Werkzeug auseinanderbauen, um etwa den Akku, das Display oder das Mainboard zu tauschen. Allerdings sichert Acer bisher keine konkreten Zeiträume für die Verfügbarkeit von Ersatzteilen zu.
Beim 16-zölligen Display handelt es sich um ein OLED mit bis zu 3K-Auflösung und 120 Hertz. Im Innern des Notebooks stecken Intel-Prozessoren der Baureihe Core Ultra 300 „Panther Lake“. Der eingebaute Speicher lässt sich mit wenigen Handgriffen ausbauen und auf bis zu 32 GByte RAM aufrüsten. Auch der Akku mit 71 Wh ist nicht verklebt und wechselbar.
Die integrierte Kamera kann man mechanisch verschließen. Die Anschlussleiste lässt sich auswechseln – als Signalanschlüsse stehen HDMI 2.1 und Thunderbolt-USB-C-Ports bereit. Das Gehäuse besteht aus recyceltem Aluminium, das nach US-amerikanischem Militärstandard Mil-STD-810H zertifiziert ist.
Nach Angaben des Herstellers ist „das Acer Vero 16 darauf ausgelegt, Prozessor-Upgrades über mindestens zwei Generationen zu unterstützen“. Man plane, die Ersatzteile über das Repaircenter Enfinitec Germany GmbH und den Ersatzteilpartner IPC Computer anzubieten. Das Notebook komme frühestens Ende 2026, eher Anfang des kommenden Jahres in den Handel. Preise und die Dauer der Verfügbarkeit der Ersatzteile stünden deshalb noch nicht fest, hieß es auf der IFA. Auf jeden Fall sollen sie auch für Endkunden verfügbar sein.
Die Zusagen von Acer ähneln auf den ersten Blick dem Konzept der Framework-Notebooks, bei dem man sehr einfach Bauteile und Anschlüsse wechseln kann. Diese Komponenten verkauft Framework allesamt frei erhältlich im eigenen Onlineshop. Außerdem kann man bei den Framework-Laptops externe Anschlüsse bei der Bestellung auswählen und einzeln tauschen. Vor allem verkauft Framework neue Mainboards, die auch in alte Notebook-Gehäuse passen.
Acer hatte schon 2021 das Aspire Vero mit Gehäuseteilen aus Recyclingmaterialien und leicht zugänglichen Komponenten angekündigt. Die Variante AV15-51 mit Core i5-1155G7 hatte c’t 2022 getestet. Tatsächlich offeriert IPC-Computer dafür auch weiterhin zahlreiche Ersatzteile, etwa ein Mainboard für 644 Euro. Allerdings scheint es das nicht für die Variante mit Core i7-1195G7 zu geben. Ein Mainboard mit neuerem Prozessor ist dort nicht zu finden. Auf der Acer-Produktseite zum Aspire Vero AV15-51 findet sich keine Liste mit lieferbaren Austauschkomponenten.
Dell hatte 2022 auf der CES das „Concept Luna“ für nachhaltige Notebooks vorgestellt, liefert bisher aber keine Geräte mit vergleichbarer Modularität und Reparierbarkeit wie Framework. Nur einzelne Aspekte von Luna haben es inzwischen in aktuelle Oberklassenotebooks geschafft. Dazu zählen etwa USB-C-Buchsen auf separaten Tochterplatinen, sodass bei einem Defekt nicht die teure Hauptplatine vollständig ausgewechselt werden muss. Das genannte Beispiel findet man wiederum nicht nur bei Dell, sondern auch bei Lenovo und anderen Herstellern.
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