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Appwrite 2.0: Backend-Dienste mit direktem PostgreSQL-Zugang
Appwrite 2.0 bringt native PostgreSQL- und MySQL-Datenbanken, S3-kompatible Storage-API und OAuth-2.1-Server für die BaaS-Plattform.
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Appwrite 2.0 baut die Open-Source-Backend-Plattform grundlegend um. Die neue Hauptversion bringt unter anderem native PostgreSQL- und MySQL-Datenbanken, eine S3-kompatible Storage-API sowie einen OAuth-2.1- und OpenID-Connect-Server. Parallel führt Appwrite mit DocumentsDB für schemafreie JSON-Dokumente und VectorsDB für Vektordaten zwei weitere Datenbanksysteme ein. Bestehende Cloud-Projekte sollen ohne Migration weiterlaufen; für selbst betriebene Installationen aus der 1.9-Reihe ist dagegen ein Upgrade einschließlich Migrationen vorgesehen.
Appwrite ist eine quelloffene Backend-as-a-Service-Plattform (BaaS). Sie bündelt Dienste wie Authentifizierung, Datenbanken, Dateispeicher, Serverfunktionen, Messaging und Realtime-Schnittstellen hinter APIs und SDKs. Nutzer können die Plattform selbst betreiben oder die Cloud-Variante verwenden. Einen Überblick über die Produktbereiche bietet die Appwrite-Dokumentation.
Version 2.0 erweitert vor allem die Datenbankfunktionen. Neben der bisherigen, über Appwrites APIs verwalteten Datenhaltung stehen nun native PostgreSQL- und MySQL-Instanzen zur Verfügung. Anwendungen verbinden sich mit diesen Datenbanken direkt über die jeweiligen Standardprotokolle, also etwa mit psql, dem MySQL-Client, einem Treiber oder einem eigenen ORM. Appwrite übernimmt dabei laut Ankündigung die Bereitstellung und den Betrieb, vermittelt aber nicht zwischen Anwendung und Datenbank.
Die nativen PostgreSQL- und MySQL-Datenbanken bietet Appwrite als dedizierte Cloud-Dienste für kostenpflichtige Tarife an. Bei selbst betriebenen Neuinstallationen setzt Appwrite dagegen standardmäßig auf PostgreSQL; MariaDB und MongoDB bleiben unterstützt.
Der direkte Zugriff auf die Datenbanken soll vor allem Nutzer ansprechen, die Appwrite etwa für Authentifizierung und Hosting verwenden, bei der Datenbank aber etablierte SQL-Werkzeuge, eigene Migrationen oder vorhandene Anwendungen weiter einsetzen wollen. Native Datenbanken sind als dedizierte Angebote vorgesehen. PostgreSQL 18 ist standardmäßig vorgesehen, alternativ steht PostgreSQL 17 bereit; bei MySQL setzt Appwrite auf 8.4 oder 8.0.
Parallel führt Appwrite zwei weitere verwaltete Datenbanktypen ein. DocumentsDB speichert JSON-Dokumente ohne festes Schema. Zwei Dokumente einer Collection dürfen somit unterschiedliche Felder enthalten; neue Eigenschaften erfordern keine Schema-Migration. Berechtigungen auf Dokumentebene, Abfragen, Sortierung und Seitennavigation bleiben über die Appwrite-SDKs verfügbar. Das eignet sich beispielsweise für Daten aus externen APIs oder Inhalte, deren Struktur sich häufig ändert.
VectorsDB richtet sich an KI-gestützte Suche und Retrieval-Anwendungen. Jede Collection erhält eine feste Vektordimension; zu jedem Eintrag lassen sich Metadaten speichern. Für Ähnlichkeitssuchen verwendet Appwrite einen HNSW-Index und unterstützt Kosinusähnlichkeit, Skalarprodukt sowie euklidische Distanz. Eine integrierte Embeddings-API kann Text in Vektoren umwandeln, ohne dass Entwickler dafür zwingend einen separaten Embedding-Dienst betreiben müssen.
Appwrite Storage erhält eine S3-kompatible Schnittstelle. Sie verwendet AWS Signature Version 4 und bildet S3-Operationen auf vorhandene Appwrite-Buckets und Dateien ab. Damit sollen sich beispielsweise AWS CLI, AWS SDKs oder S3-fähige Werkzeuge wie rclone gegen Appwrite einsetzen lassen. Die native Storage-API bleibt parallel nutzbar: Dateien, die über S3 hochgeladen wurden, sollen also auch in der Console erscheinen – und umgekehrt. Details zu Storage und der S3-API beschreibt die Appwrite-Produktdokumentation.