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Zero-Day-Lücke StyleSmuggler in Magento und Adobe Commerce wird aktiv ausgenutzt
Onlineshops auf Basis von Magento und Adobe Commerce sind offenbar aufgrund einer ungepatchten Sicherheitslücke namens StyleSmuggler angreifbar.
Onlineshops, die auf dem Open-Source-E-commerce-Shopsystem Magento oder der kommerziellen Version Adobe Commerce basieren, sind offenbar angreifbar. Angreifer können Schadcode auf den Servern der betroffenen Onlineshops ausführen, ohne sich einzuloggen und eine persistente Hintertür einrichten. Die niederländische eCommerce-Security-Firma Sansec hat die Lücke entdeckt und sie StyleSmuggler genannt. Den Namen haben die Sicherheitsforscher gewählt, weil über die styles-Eigenschaften Schadcode eingeschleust werden kann.
In ihrem Blogpost vom 5. September schreiben die Sansec-Sicherheitsforscher, die Lücke werde seit dem 4. September aktiv ausgenutzt, weshalb man sich entschieden habe, sie so früh zu veröffentlichen.
Laut Sansec sind alle aktuellen Versionen betroffen, inklusive Magento 2.4.9, auch solche mit den aktuellsten Patches von Juli und August.
Bisher ist offenbar kein Patch verfügbar und Adobe hat sich bisher nicht dazu geäußert, welche Versionen von Adobe Commerce betroffen sind. Das Adobe Security Bulletin wurde Stand 7. September am 18. August zuletzt aktualisiert, der jüngste Eintrag betrifft ein Security-Update vom 11. August. Der nächste Adobe Patchday ist für den 8. September angesetzt. Seit Juli veröffentlicht Adobe zweimal im Monat Sicherheitsupdates. Ob die StyleSmuggler-Lücke dann gepatcht wird, ist offen. Bisher gibt es kein Advisory und keine CVE-Nummer. Die würde Adobe als CNA (CVE Numbering Authority) für ihr eigenes Produkt typischerweise selbst vergeben.
Bis ein Patch verfügbar ist, empfiehlt Sansec Shop-Betreibern, die nicht Sansec-Kunde sind und damit die hauseigene Sicherheitslösung Sansec-Shield nutzen können, GraphQL temporär zu deaktivieren, sofern das möglich ist. Überdies empfiehlt es sich, Systeme auf mögliche Hinterlassenschaften zu untersuchen. Sansec liefert dafür konkrete Ansatzpunkte wie die Suche nach PHP-Dateien im Media-Verzeichnis.
StyleSmuggler triggert den Versand einer "Payment Transaction Failed Email". Ein ungewöhnlich hohes Aufkommen solcher Mails kann ebenfalls ein Hinweis auf den Exploit sein. Sansec hat in dem Blogpost eine Liste mit sogenannten Indicators of Compromise (IoC) veröffentlicht, mehr Details sollen folgen.
Der niederländische Web-Hosting-Anbieter Disrex beleuchtet StyleSmuggler ebenfalls in einem Blogpost und führt eine eigene Liste mit IoC auf GitHub.
(kst)
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