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Ein Start-up entfernt Verweigerung aus KI-Modellen und verdient daran
Das Start-up Abliteration AI entfernt Verweigerungsmechanismen aus KI-Modellen. Das hilft Security-Teams, schafft aber auch neue Missbrauchsrisiken.
Abliteration AI bietet neuerdings eine modifizierte Version von Z.AIs leistungsfähigem Open-Weight-Modell GLM-5.3 an. Das Start-up hat nach eigenen Angaben das Verweigerungsverhalten des Modells abgeschwächt, damit es Aufgaben in offensiven Cyberoperationen, beim Red Teaming und bei Tests von KI-Agenten ausführt, die andere Modelle häufig ablehnen. Die modifizierten Gewichte werden nicht zum Download angeboten, stattdessen betreibt Abliteration AI das Modell selbst und verkauft den Zugriff über eine API.
Der Firmenname leitet sich von einem Verfahren ab, das in der Open-Weight-Szene zunehmend Verbreitung findet: Bei der Abliteration wird nach internen Mustern gesucht, die das Modell zum Ablehnen bestimmter Anfragen bewegen. Anschließend werden die Gewichte so verändert, dass diese Muster deutlich schwächer wirken.
Dass das Start-up auf GLM-5.3 setzt, hat gute Gründe. Die Lizenz von GLM-5.3 erlaubt grundsätzlich die kommerzielle Weiterverwendung, zudem zählt das Modell bei Coding, agentischen Aufgaben und Cybersecurity zu den stärksten Open-Weight-Modellen. Das Start-up verweist auf eigene Benchmarks, in denen die modifizierte GLM-5.3-Version hohe Coding- und Cyberwerte erreicht.
Abliteration AI ist nicht der erste kommerzielle Anbieter abliterierter KI-Modelle. Das Start-up versucht sich vor allem durch ein aktuelles Frontier-Modell und zusätzliche Unternehmensfunktionen abzuheben: Die eigene GLM-5.3-Modifikation wird nicht öffentlich bereitgestellt, während Kunden über eine optionale Kontrollschicht eigene Sicherheitsregeln und Protokollierung festlegen können.
Laut Abliteration AI gehört das Testen von KI-Agenten, wie sie Banken und große Unternehmen einsetzen, zu den ersten Bereichen mit starker Nachfrage. Dabei gehe es etwa darum, ob sich solche Agenten per Jailbreak oder Prompt Injection zu unerlaubten Aktionen bringen lassen.
Die geringe Verweigerungsneigung macht das Modell für solche Tests nützlich, kann aber auch Missbrauch erleichtern. Beim regulären Modellzugang speichert Abliteration AI weder Prompts noch Antworten, sondern nur operative Metadaten. Das reduziert bei legitimer Security-Arbeit die Menge sensibler Daten, die beim Anbieter gespeichert werden. Bei Missbrauch fehlen dann möglicherweise die nötigen Informationen für eine spätere Aufarbeitung. Eine klassische Identitätsprüfung verlangt das Unternehmen ebenfalls nicht. Abliteration AI hält solche Kontrollen für wenig geeignet, legitime von missbräuchlicher Nutzung zu unterscheiden, und warnt zugleich davor, kleinere Anbieter durch Zugangshürden auszuschließen.
Damit verschiebt Abliteration AI einen Teil der Verantwortung vom Modellanbieter auf die Nutzer. Sie sollen weitgehend selbst festlegen, welche Grenzen für den Einsatz gelten. Vollständig ungefiltert ist der Dienst aber nicht: Selbstverletzung und sexuelle Inhalte mit Kindern werden laut Abliteration AI weiterhin blockiert.
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(tobe)
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