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Boom der Batteriespeicher
In Deutschland entstehen immer mehr große Batteriespeicher, die Schwankungen im Stromnetz ausgleichen. Jüngstes Beispiel ist Aachen. Wo einst Elektronik produziert wurde, werden Riesen-Akkus errichtet.
Große Freude diese Woche auf dem Gelände der ehemaligen Philips-Fabrik in Aachen. Bei strahlendem Sonnenschein beginnt hier der Bau eines neuen Großbatteriespeichers. Wo bis vor wenigen Jahren noch Elektronik produziert wurde, soll künftig Strom gespeichert werden.
"Erst Anfang des Jahres ist der erste Großspeicher in Betrieb gegangen, wenige Monate später folgt nun das nächste Projekt in unserer Stadt", sagt Oberbürgermeister Michael Ziemons. "Dass ein Unternehmen aus Aachen zeigt, wie sich bestehende Industrie-Infrastruktur für die Energiewende weiternutzen lässt, statt neue Flächen zu erschließen, macht mich stolz auf unseren Wirtschaftsstandort."
Fast 60 Prozent des eingespeisten Stroms stammten aus erneuerbaren Quellen.
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Großbatteriespeicher sollen hier helfen, Schwankungen im Stromnetz auszugleichen. Es sind vereinfacht gesagt, intelligent gesteuerte Riesen-Akkus: Sie laden, wenn Strom verfügbar und günstig ist. Sie entladen, wenn er gebraucht wird oder das Netz Unterstützung benötigt.
Auf einem Plakat kann man den Blick in diese Zukunft erahnen. Vier weiße Container sollen hier das Fundament der neuen Energiewelt bilden. Aus der Ferne wirken sie unscheinbar, fast wie gewöhnliche Frachtcontainer. Doch die Anlage der Aachener Firma Voltfang soll eine Leistung von zehn Megawatt und eine Speicherkapazität von rund 21 Megawattstunden haben.
Möglich macht das unter anderem ein neuer Anschluss an das bestehende Umspannwerk auf dem Gelände. Der Speicher soll sich flexibel laden und entladen können. Zum Einsatz kommen vier Batteriecontainer der neuesten Großspeicher-Generation.
"Alte Industrieflächen wie das ehemalige Philips-Werk verfügen häufig über Anschlussleistung, die durch den Rückgang energieintensiver Fertigung frei geworden ist", sagt David Oudsandji, Mitgründer von Voltfang. "Hier trifft alte Industrie auf neue: Wo früher Elektronik produziert wurde, sichert künftig ein Batteriespeicher die Stabilität des Stromnetzes." Die Inbetriebnahme ist für Ende des Jahres geplant.
Batteriespeicher gelten grundsätzlich als wichtiger Baustein der Energiewende. Sie können Strom aus Wind- und Solaranlagen zwischenspeichern und später wieder ins Netz abgeben. So lässt sich Energie zeitlich verschieben. Gleichzeitig können Speicher helfen, Netzengpässe zu reduzieren und kostspielige Eingriffe in das Stromsystem zu vermeiden.
Die Preise für die Technik sind stark gesunken. Gleichzeitig ist oft genug Solar- und Windstrom vorhanden, der in den Anlagen gewinnbringend zwischengespeichert werden kann.