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Höhere Zinsen - die Auswirkungen für Verbraucher und die Wirtschaft
Zum zweiten Mal in diesem Jahr heben Europas Währungshüter den Leitzins an. Was bedeutet das für Verbraucher und Firmen? Wie könnte es in der Geldpolitik weitergehen? Fragen und Antworten.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat heute die Leitzinsen erhöht. Der maßgebliche Zinssatz für Einlagen steigt wie erwartet um 0,25 Prozentpunkte auf jetzt 2,5 Prozent. Es ist die zweite Zinserhöhung im Euroraum in diesem Jahr.
Der EZB-Rat hat sich für eine Leitzinserhöhung entschieden, weil die Inflation im Euroraum wieder deutlich gestiegen ist. Sie liegt derzeit bei 3,3 Prozent. Damit ist sie deutlich höher als die 2 Prozent, die von der Notenbank angestrebt werden.
Hauptgrund ist der Krieg der USA und Israels gegen Iran. Dadurch gibt es drastische Engpässe bei der Versorgung mit Erdöl, Erdgas und einigen anderen wichtigen Rohstoffen, die aus der Region rund um dem Persischen Golf kommen. Denn wegen des Krieges ist die Durchfahrt durch die wichtige Meerenge von Hormus weitgehend blockiert. Dies hat zu einer kräftigen Erhöhung der Öl- und Gaspreise geführt. Auch Düngemittel, die zu einem Großteil aus der Region exportiert werden, sind davon betroffen. In Deutschland kostet ein Liter E10-Benzin rund 50 Cent mehr als vor Kriegsbeginn. Auch Heizöl und Erdgas haben sich ähnlich stark verteuert.
Der Iran-Krieg treibt die Energiepreise in die Höhe und verteuert das Leben in Deutschland.
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Nahrungsmittel haben sich in den vergangenen Monaten deutlich verteuert. Bei der Herstellung vieler Produkte sind große Mengen an Energie notwendig - etwa bei Backwaren, Milchprodukten oder Schokolade. Auch schlechte Ernten und im Preis stark gestiegene Düngemittel verteuern viele Waren. Allerdings haben sich die Nahrungsmittelpreise in Deutschland bislang nicht so stark erhöht wie ursprünglich befürchtet. Hintergrund ist der massive Preiskampf im deutschen Einzelhandel, weshalb viele Produzenten Preiserhöhungen nur schwer durchsetzen können. Weiterhin sehr hoch sind die Preise für Dienstleistungen, vor allem bei Handwerker-Leistungen.
Das ist sehr wahrscheinlich, wenn der Krieg am Persischen Golf weiter anhält. Viele Analysten gehen von anziehenden Ölpreisen in den nächsten Wochen aus, weil sich die Konjunktur im Euroraum leicht erholt und eine stärke Nachfrage nach Energie nach sich ziehen dürfte. Die EZB rechnet erst Ende kommenden Jahres mit einem Rückgang der Inflation.
Die höheren Zinsen machen Verbraucherkredite teurer. Wer größere Anschaffungen plant, muss für die Finanzierung höhere Kosten berücksichtigen. Tendenziell teurer dürften auch die Bau-Zinsen werden. Allerdings befinden die sich ohnehin schon auf überproportional hohem Niveau. Sie haben sich schon seit längerem von der Zinspolitik der EZB entkoppelt.
Wer hingegen sein Geld kurz- bis mittelfristig als Festgeld oder Tagesgeld anlegen möchte, erhält dafür jetzt höhere Zinsen. Zahlreiche Banken haben bereits im Vorfeld mit guten Konditionen reagiert.
Analyse
02.09.2026