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Eutelsat: Europas Starlink-Konkurrent expandiert
Satellitenbetreiber Eutelsat baut seine erdnahe Satellitenkonstellation aus und hat beim Luftfahrtkonzern Airbus mehr als 200 neue Satelliten für bestellt.
Der europäische Satellitenbetreiber Eutelsat wird seine OneWeb-Satellitenkonstellation bis ins Jahr 2034 schrittweise erneuern und erweitern. Dafür hat das französisch-britische Unternehmen 229 zusätzliche OneWeb-Satelliten bei Europas größtem Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus in Auftrag gegeben. Die Unterzeichnung eines entsprechenden Vertrags gab Eutelsat am Donnerstag bekannt.
Der neue Auftrag mit einem geschätzten Investitionsvolumen von einer Milliarde Euro ergänzt die bereits in den Jahren 2024 und 2025 bestellten 440 Satelliten von Airbus. Deren Auslieferung soll voraussichtlich im kommenden Quartal beginnen.
„Die zusätzlichen Satelliten werden über fortschrittliche digitale Kanalisierer verfügen, um die On-Board-Verarbeitung, Effizienz und Flexibilität zu steigern, sowie über die Möglichkeit, ‚Hosted Payloads‘ (Zusatznutzlasten) aufzunehmen“, teilte Eutelsat mit. Die Investition markiere einen weiteren Schritt in Eutelsats langfristiger LEO-Strategie, so das Unternehmen weiter. LEO steht für „Low Earth Orbit“ und meint Satelliten in niedriger Erdumlaufbahn.
Die Expansionspläne des Satellitenbetreibers zielen darauf ab, dem derzeit dominierenden Satelliteninternet Starlink von Elon Musk Konkurrenz zu machen. Sie stehen damit im Einklang mit Plänen der Europäischen Union (EU) des Ausbaus europäischer Optionen in der kommerziellen und militärischen Satellitenkommunikation, um unabhängiger von US-Satellitenbetreibern und vor allem von Starlink zu werden. Hintergrund sind wachsende Sorgen über die technologische und sicherheitspolitische Abhängigkeit, insbesondere von Washington, aber auch Peking.
Eutelsat ist der einzige europäische Betreiber eines voll funktionsfähigen globalen LEO-Netzwerks, das sichere Kommunikation und Breitband-Internetdienste bereitstellt. Das Unternehmen ist Mitte 2022 aus einer Fusion des französischen Satellitenbetreibers Eutelsat und des britisch-indischen Satelliteninternet-Unternehmens OneWeb entstanden. Das OneWeb-System von Eutelsat umfasst derzeit mehr als 600 Satelliten. Der CEO des Unternehmens, Jean-François Fallacher, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Flotte „sehr bald“ die Marke von 1.000 Satelliten überschreiten werde.
Starlink verfügt aktuell über mehr als 11.000 Satelliten im All. Allerdings benötigt OneWeb laut Reuters für eine weltweite Abdeckung weit weniger Satelliten, da diese in größeren Höhen operieren und das Unternehmen eher auf Behörden, Großunternehmen und Telekommunikationsanbieter als Kunden zielt und nicht so sehr den Massenmarkt.
Die in Auftrag gegebenen 229 zusätzlichen Satelliten sollen die Kontinuität der OneWeb-Dienste bis zur kommerziellen Inbetriebnahme des europäischen Programms für erdnahe Satelliten IRIS² (Infrastructure for Resilience, Interconnectivity and Security via Satellite) gewährleisten. Das Satellitennetz, das in Kooperation der öffentlichen Hand mit privaten Firmen entsteht, soll bis 2030 einsatzbereit sein. Ziel ist der Aufbau eines leistungsfähigen, sicheren und unabhängigen Kommunikationsnetzes, quasi eine europäische Starlink-Alternative. Auf diese Weise soll die technologische Souveränität Europas gestärkt werden.
In einer separaten Mitteilung anlässlich des Raumfahrtgipfels International Space Summit in Paris gab Eutelsat am Donnerstag bekannt, zwei Ariane-Startmissionen für den Transport von OneWeb-Satelliten an Bord von Ariane-64-Raketen in den Jahren 2027 und 2028 gebucht zu haben.
Auf dem Gipfel in Paris haben Politik, Forschung und Wirtschaft in dieser Woche die Weichen für die Zukunft der europäischen Raumfahrt gestellt. Im Fokus stand auch ein eigenständiger europäischer Zugang zum Weltraum.