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Herdr: Terminal-Multiplexer sortiert Flotten von Coding-Agenten
Herdr bündelt langlebige Terminal-Sitzungen und zeigt, welcher Coding-Agent auf Eingaben wartet. Omarchy Linux integriert das junge Open-Source-Projekt.
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Wer mehrere Coding-Agenten parallel an verschiedenen Projekten arbeiten lässt, muss auf deren Ausgaben warten und vor allem den Überblick behalten: Welcher Agent rechnet noch, welcher ist fertig, und wo blockiert eine Rückfrage den nächsten Schritt? Genau an dieser Stelle setzt Herdr an. Der freie Terminal-Multiplexer hält Sitzungen am Leben, ordnet sie nach Projekten und fasst den Zustand von Agenten in einer Seitenleiste zusammen.
Das im März 2026 veröffentlichte Projekt hat inzwischen auch institutionellen Rückhalt erhalten. Gründer Can Celik kündigte Anfang August die Aufnahme in den Herbstjahrgang 2026 des US-Gründerprogramms Y Combinator an. Y Combinator führt Herdr als Ein-Personen-Unternehmen mit Sitz in Ankara. Y Combinators Standard Deal investiert in jedes aufgenommene Start-up 500.000 US-Dollar. Eine weitere, individuelle Finanzierungsrunde nennt Herdrs Ankündigung nicht.
Herdr liefert kein Sprachmodell und ersetzt keine Agenten wie Claude Code, Codex oder OpenCode. Als auf Coding-Agenten zugeschnittener Konkurrent zu tmux führt Herdr gewöhnliche Terminal-Prozesse aus, ergänzt deren Darstellung aber um die Zustände working, blocked, done,idle und unknown. Die aktuelle stabile Ausgabe ist 0.9. Das in Rust entwickelte Programm steht unter der Apache-2.0-Lizenz. Binärpakete gibt es für Linux und macOS auf x86-64 und ARM64 sowie für Windows auf x86-64. Hinzu kommen unter anderem Homebrew, Nix und mise. Einzelne Funktionen bleiben unter Windows eingeschränkt.
Die Herdr-Architektur folgt dem Client-Server-Modell klassischer Terminal-Multiplexer. Ein Server stellt die Terminal-Instanzen bereit, unter Unix als Pseudoterminals (PTYs) und unter Windows per ConPTY-Konsolen. Der Client stellt diese nur dar, sodass Shells, Entwicklungsserver und Agenten weiterlaufen, sollte er getrennt werden. Herdr organisiert Terminals in Workspaces, Tabs und Panes, sodass der Nutzer sie entsprechend seines eigenen Workflows gruppieren kann.
Um die Aufmerksamkeit des Nutzers auf die richtigen Agenten lenken zu können, erkennt Herdr Zustände der KI-Agenten per Hook, Plugin oder die Analyse der Terminal-Ausgabe. Optionale Integrationen liefern je nach Werkzeug zusätzlich Sitzungskennung oder Informationen zum Lebenszyklus. Herdr verdichtet die Zustände auf Workspace-Ebene und meldet unbeachtete Rückfragen.
Auch Automatisierung ist vorgesehen. Über Kommandozeile und eine lokale Socket-API lassen sich Panes anlegen, Ein- und Ausgaben übertragen sowie Agentenzustände abfragen. Unter Unix nutzt sie einen Unix Domain Socket, unter Windows eine Named Pipe. Auch tmux lässt sich automatisieren, allerdings ohne die native Integration von Agenten und deren Zuständen.
Beim Trennen eines Clients oder bei einem Netzwerkausfall laufen Server und Prozesse weiter. Nach einem Neustart des Herdr-Servers oder Rechners dagegen sind Prozesse natürlich beendet. Laut der Restore-Matrix des Projekts stellt Herdr dann Workspaces, Tabs, Pane-Aufteilung, Arbeitsverzeichnisse und Fokus wieder her und setzt Agenten, die das unterstützen, über deren native Sitzungskennung fort.
Die optionale Speicherung der Terminal-Historie ist standardmäßig abgeschaltet, weil sie Zugangsdaten, Token oder Prompts enthalten kann. Ein experimentelles Live-Handoff versucht, Prozesse bei bestimmten Updates zu erhalten, bietet dafür aber keine Garantie.