// COMPUTERBASE — HARDWARE & GADGET
Steam-Spieler freuen sich: Ubisoft schafft den eigenen Launcher ab
Wer ein Ubisoft-Spiel über Steam startet, muss bislang häufig noch einen Umweg über Ubisoft Connect nehmen. Damit soll künftig zumindest teilweise Schluss sein: Ubisoft testet ein neues System, das den eigenen PC-Launcher überflüssig macht. Den Anfang macht Prince of Persia: The Lost Crown, weitere Spiele sollen folgen.
Steam öffnen, Spiel starten – und anschließend erst einmal Ubisoft Connect abwarten: Bei zahlreichen PC-Spielen des französischen Publishers gehört dieser zusätzliche Schritt bislang dazu. Selbst wenn ein Titel über Steam gekauft und gestartet wird, muss der Ubisoft-Launcher installiert sein und im Hintergrund mitlaufen.
Bei Prince of Persia: The Lost Crown ändert Ubisoft dieses Vorgehen nun. Für die Steam-Version testet das Unternehmen ein neues Werkzeug namens „Ubisoft Connect Services“. Es soll die Funktionen übernehmen, für die bislang der vollständige Ubisoft-Connect-PC-Launcher zuständig war, ohne dass dieser installiert oder gestartet werden muss.
Zu diesen Funktionen zählen laut Ubisoft unter anderem Cross-Progression, Crossplay, Spielerschutz, Herausforderungen und Belohnungen. Ubisoft Connect als Plattform und Ubisoft-Konten verschwinden damit nicht. Stattdessen wird lediglich der bislang zusätzlich zu Steam gestartete Desktop-Client durch eine schlankere Integration ersetzt.
Ubisoft bezeichnet die neue Lösung zunächst ausdrücklich als Test. Prince of Persia: The Lost Crown aus dem Jahr 2024 ist das erste Spiel, das Ubisoft Connect Services auf Steam verwendet. Das Unternehmen spricht von einem ersten Schritt hin zu einem einfacheren und stärker in Steam integrierten Startvorgang.
Bei diesem einen Titel soll es allerdings nicht bleiben. Ubisoft kündigt an, Ubisoft Connect Services schrittweise weiterzuentwickeln und künftig auf weitere Ubisoft-Spiele bei Steam auszurollen. Welche Titel als Nächstes an der Reihe sind und ob auch ältere Spiele nachträglich umgestellt werden, verrät das Unternehmen bislang nicht. Gerade bei großen Reihen wie Assassin's Creed, Far Cry oder Tom Clancy's Rainbow Six wäre der Wegfall des zusätzlichen Launchers für viele Steam-Spieler relevant.
Ubisoft ist mit dem zusätzlichen Launcher nicht allein. Auch Spiele anderer großer Publisher starten aus Steam heraus teilweise noch einen weiteren Client. Das Prinzip stößt bei PC-Spielern seit Jahren auf Kritik, weil neben zusätzlicher Software auch weitere Anmeldungen, Updates und potenzielle Fehlerquellen hinzukommen.
Bei Ubisoft ist der zusätzliche Client besonders weit verbreitet. Ubisoft Connect dient neben dem Start der Spiele unter anderem als Plattform für Freunde, Belohnungen, Crossplay und plattformübergreifende Spielstände. Diese Funktionen sollen mit Ubisoft Connect Services erhalten bleiben.
Für Steam-Spieler fällt damit zumindest perspektivisch eine zusätzliche Anwendung weg. Ob Ubisoft den klassischen Launcher langfristig bei allen über Steam vertriebenen Spielen abschaffen wird, bleibt allerdings offen.