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Mecklenburg-Vorpommern: Wahlkampf zwischen Euphorie und Entgeisterung
Wohin steuert Mecklenburg-Vorpommern? Mit Blick auf die Umfragewerte ist der Nordosten politisch entzweit. Über Themen und Stimmungen, die diesen Wahlkampf prägen.
Mecklenburg-Vorpommern steht vor einer Richtungswahl und erlebt momentan den wohl polarisiertesten Wahlkampf seiner Geschichte. Kaum eine Landtagswahl hat bislang vor Ort und bundesweit für derart viel Gesprächsstoff gesorgt.
Im Mecklenburg-Vorpommern-Trend von Infratest dimap befürwortet knapp ein Drittel der Menschen eine künftige Landesregierung unter Führung der AfD. Angesichts dieser Zustimmung fürchten Teile der Gesellschaft, dass dem Land ein bisher beispielloser Rechtsruck ins Haus steht.
Erstmals haben sich beispielsweise verschiedene Glaubensvertreter mit einem Appell zu Wort gemeldet, der als Abgrenzung zur AfD zu verstehen ist. In einer gemeinsamen Erklärung rufen sie dazu auf, den "Schutz von Minderheiten" bei der Wahlentscheidung mit zu berücksichtigen.
In der letzten ARD-Umfrage vor der Wahl im Nordosten liegt die AfD fünf Prozentpunkte vor der SPD.
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In Umfragen ist die AfD stärkste Kraft. Im aktuellen MV-Trend steht die Partei bei 38 Prozent und hat damit fünf Prozentpunkte Vorsprung vor der regierenden SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Seit Wochen liefern sich AfD und Sozialdemokraten ein enges Rennen um Platz eins, während andere Parteien dabei massiv ins Hintertreffen geraten.
Mit nur noch sieben Prozent droht der CDU am Wahlabend ein politisches Fiasko. Landesvorsitzender Daniel Peters sieht seine Partei inzwischen in einem "Existenzkampf". Ob die Grünen und das BSW in den Landtag einziehen, ist unklar, und die FDP zählt mittlerweile zur Kategorie der kleinen Parteien. Wie viele Parteien in den Landtag einziehen, hat Einfluss auf die Mehrheiten und Regierungsoptionen.
Anfang September wurde für den MV-Trend abgefragt, welche Probleme die künftige Landesregierung am dringendsten lösen müsse. Demnach steht das Thema Bildung und Schule an oberster Stelle, gefolgt von den beiden Themen Wirtschaft und Migration. Die Sorge vor Arbeitslosigkeit rangiert dahinter.
Verbesserungen erhoffen sich die Menschen auch bei medizinischer Versorgung, Alterssicherung und Bekämpfung sozialer Ungerechtigkeit. Vor allem SPD und AfD wird zugetraut, diese Probleme zu lösen.
Als Dauer-Oppositionspartei gilt die AfD vielen als politisch "unbefleckt". Im Wahlkampf vermittelt die Partei immer wieder, die vermeintlich einzige politische Erneuerungskraft zu sein. In der Tat lesen sich ihre Forderungen deutlich schärfer als die anderer Parteien.