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Mediatek stellt neuen 2-nm-Prozessor Dimensity 9600 Pro vor
Mediateks Dimensity 9600 Pro nutzt acht große CPU-Kerne und eine Dual-NPU für lokale KI-Anwendungen.
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Mediatek legt seinen stärksten Mobilprozessor neu auf: Der Dimensity 9600 Pro entsteht mit modernen 2-Nanometer-Strukturen, kombiniert acht große CPU-Kerne und beschleunigt lokale KI-Anwendungen mit einer doppelt ausgeführten KI-Einheit (Neural Processing Unit, NPU). Auch schnelles LPDDR6-RAM, UFS-5.0-Speicher, H.266-Dekodierung und 5G-Advanced gehören zur Ausstattung.
Die Firma beschreibt den Dimensity 9600 Pro als „All Big Core“-CPU: Schon seit dem Dimensity 9300 lässt Mediatek die klassisch kleinen Effizienzkerne weg und nutzt stattdessen niedrig getaktete Performance-Kerne für Hintergrundaufgaben. Entgegen den Bezeichnungen kann das sogar die Effizienz steigern, denn ARMs Effizienzkerne sind vor allem auf kleinen Platzbedarf und nicht Rechenleistung pro Watt optimiert. Den Aufbau beschreibt Mediatek als 2+3+3-Konfiguration; konkrete CPU-Kerne oder Taktfrequenzen nennt das Unternehmen nicht, allerdings hat ARM kürzlich den C2-Ultra für genau diese Fertigungsgeneration vorgestellt, der mit maximal 4,45 GHz läuft. Damit übertrifft er den C1-Ultra im Dimensity 9500, der auf 4,21 GHz kommt.
Gegenüber dem Vorgänger Dimensity 9500 soll die Single-Core-Leistung um 17 Prozent und die Multi-Core-Leistung um 15 Prozent steigen. Zugleich verspricht Mediatek einen um 37 Prozent niedrigeren Energieverbrauch bei Single-Core-Last und 61 Prozent bei Multi-Core-Last. Der Level-2-Cache sei um 21 Prozent gewachsen. Sämtliche Vergleichswerte beziehen sich auf den Dimensity 9500.
Der Dimensity 9600 Pro unterstützt LPDDR6-Speicher. Die effektive Speicherbandbreite soll damit gegenüber der vorherigen Generation um 33 Prozent steigen. Bei Massenspeicher nennt Mediatek erstmals Universal Flash Storage (UFS) 5.0. Lese- und Schreibzugriffe sollen hier doppelt so schnell sein wie bei zweikanalig angebundenem UFS 4.x.
Im Zentrum der Präsentation steht die Ausrichtung auf lokale KI-Funktionen. Der Chip integriert eine starke NPU 1090 und eine sparsamere eNPU 2.0. Die NPU 1090 soll die INT4-Rechenleistung gegenüber dem Vorgänger verdoppeln und große Sprachmodelle (LLMs) um 51 Prozent schneller ausführen. Die eNPU 2.0 arbeite laut Mediatek 40 Prozent effizienter.
Das Unternehmen bewirbt den Dimensity 9600 Pro für sogenannte agentische KI-Anwendungen, die kontextbezogen und dauerhaft im Hintergrund arbeiten. Unterstützt werden sollen unter anderem Mixture-of-Experts-Modelle (MoE), die Komprimierung großer Sprachmodelle, lokale Szenenerkennung, proaktive Vorschläge und ein KI-basierter Radierer für Live-Fotos. Das Zusammenspiel aus Dimensity Scheduling Engine 3.0 und AI Compute Fusion soll die Token-Generierung großer Sprachmodelle um bis zu 40 Prozent beschleunigen und bei gleicher Leistung 27 Prozent Energie sparen.
Für die Bild- und Videobearbeitung kombiniert Mediatek Bildprozessor (ISP) und NPU in einer „AI Imaging Fusion Architecture“. Der Chip soll eine kontinuierliche Motiverkennung mit 60 Bildern pro Sekunde ermöglichen sowie 4K-Aufnahmen mit 100 dB HDR. Vorgesehen sind außerdem 4K60-HDR-Aufzeichnung mit semantischer Bildverarbeitung, 4K120 im Cinematic-Log-Modus und Zeitlupe mit bis zu 4K240.
Auf Seiten der Grafikeinheit nutzt Mediatek ARMs neue Mali-G2-Ultra-GPU mit integrierter KI-Beschleunigung in den Shader-Kernen. Sie kümmert sich etwa um KI-Upscaling (Neural Super Sampling, NSS) und fügt generierte Bilder zur Erhöhung der Bildrate ein (Neural Frame Rate Upscaling, NFRU). Ohne KI-Funktionen verspricht Mediatek 27 Prozent mehr Spitzenleistung in Spielen beziehungsweise 24 Prozent höhere Energieeffizienz. Die Raytracing-Leistung soll um bis zu 18 Prozent steigen.