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Bundeskanzler Merz verspricht baldige Vorschläge zur Spritpreis-Entlastung
Es vergeht kaum ein Tag, an dem die Spritpreise nicht weiter steigen. Die Bundesregierung will jetzt gegensteuern und die Verbraucher entlasten. Doch wie?
Die Bundesregierung plant angesichts weiter steigender Spritpreise erneut finanzielle Entlastungen der Verbraucher. Bereits im April 2026 hatte die Koalition die Energiesteuer für zwei Monate um rund 17 Cent pro Liter gesenkt. „Ja, wir werden auf Preistreiberei reagieren“, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) beim Unternehmertag des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) in Berlin. „Ich bin der Meinung, dass wir handeln müssen.“ Das genaue Instrumentarium stehe noch nicht fest. „Sie können aber davon ausgehen, dass wir sehr bald einen Vorschlag dazu vorlegen werden.“
Der Kanzler wies darauf hin, dass das Bundeskartellamt mit einer Missbrauchsaufsicht ausgestattet worden sei. „Aber wir spüren auch, jedenfalls aus dem Blickwinkel der Verbraucherinnen und Verbraucher, dass das nicht reicht.“ Für viele Menschen, die täglich das Auto brauchten, sei eine Belastungsgrenze erreicht, sagte Merz. Die Bundesregierung stehe im engen Austausch mit den Ländern.
Die weiter steigenden Spritpreise heizen die Debatte über Entlastungen zusätzlich an. Zuletzt stieg der Preis für einen Liter Super E10 auf durchschnittlich 2,286 Euro, Diesel kostete 2,412 Euro pro Liter – und ist damit nur noch wenige Cent von einem Rekordpreis entfernt.
Angesichts dieser Entwicklungen wird die Politik von allen Seiten zum Handeln gedrängt, um für Entlastungen zu sorgen. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) schlug deshalb vor, bestimmte Bevölkerungsgruppen gezielt über Direktzahlungen zu entlasten. Damit sind jedoch nicht alle einverstanden – auch nicht in Reiches eigener Partei.
CDU-Politiker Sebastian Steineke etwa forderte im Handelsblatt eine vorübergehende Absenkung der Energiesteuer auf „das europäische Mindestmaß“. Außerdem sollte man die deutschen CO₂-Preise überprüfen, so Steineke. „Wir müssen aufpassen, dass Klimaschutz nicht zu einer sozialen Überforderung führt“, erklärte er.
Bei der AfD geht man noch weiter und fordert eine dauerhafte Senkung der Steuern und Abgaben auf Kraftstoffe. „Die AfD-Fraktion hat genau das in den Bundestag eingebracht: die Energiesteuer für Gas, Benzin und Diesel auf das EU-Minimum zu senken, die CO2-Steuer abzuschaffen und die Mehrwertsteuer zu reduzieren“, sagte AfD-Ministerpräsidentenkandidat für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September, Leif-Erik Holm, dem Handelsblatt.
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