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Reederei-Verband: "Wir sind Krisen und Kriege gewohnt"
Siebenstellige Mehrkosten verursacht die Umrundung Afrikas. Am Ende bezahlen das die Kunden. Doch die Preiserhöhungen liegen im Cent-Bereich, sagt Reederei-Experte Kröger. Er blickt gelassen auf die Lage: Schiffe fänden fast immer einen Weg.
tagesschau.de: Wie überraschend war für die Reeder die Blockade von Bab al-Mandab?
Martin Kröger: Leider nicht wirklich überraschend. Wir leiden schon seit etwa drei Jahren an einer angespannten Sicherheitssituation rund um das Rote Meer. Es mag sogar etwas länger sein. In diesem Zeitraum hatten die Huthi damit begonnen, auf Handelsschiffe zu schießen. Und das sehr explizit und mit erheblichen Schäden. Das führte damals schon bei vielen Reedereien dazu, die Durchfahrt der Passage zu vermeiden.
tagesschau.de: Wie gehen die Reeder mit der neuen Situation um?
Kröger: Die Lieferkette hat sich darauf eingestellt und wird nun wieder angepasst. Seit geraumer Zeit wird die Route durch den Suez-Kanal von vielen Reedereien nicht mehr genutzt. Stattdessen fährt man um den afrikanischen Kontinent herum. Das dauert je nach Schnelligkeit des Schiffes zehn bis vierzehn Tage länger. Es kommt also zu einer Verlängerung in der Lieferkette, die zu zeitlichen Verzögerungen und zu höheren Kosten führt.
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Kröger: Sie liegen im mittleren bis hohen sechsstelligen Bereich für eine Fahrt. Sie müssen aber hin und zurück fahren. Für Hin- und Rückfahrt kostet die Umrundung des afrikanischen Kontinents damit eine siebenstellige Summe. Die setzt sich zusammen aus höheren Versicherungskosten, höheren Treibstoffkosten. Alles, was an Betriebsmitteln benötigt wird, erhöht sich entsprechend.
tagesschau.de: Welche Folgen hat das für die deutschen Reeder und die weltweite Schifffahrt?
Kröger: In der Schifffahrt sind wir Krisen und Kriege gewohnt. Wir fahren ständig durch Gebiete, wo die Lage angespannt ist. Wir machen das schon seit Jahrhunderten. Wir sind resilient, weil wir fast immer einen Weg finden können um das Krisengebiet herum. Weil wir in der Lage sind, mit großen Schiffen zu operieren und im Zweifel umzurouten. Dadurch können wir Verzögerungen und Verlängerungen der Routen ausgleichen.
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