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Warum der Dollar trotz höherer US-Zinsen schwach bleibt
Die US-Notenbank steht vor der ersten Zinserhöhung seit 2023. Doch der Dollar profitiert kaum. Hohe öffentliche Schulden und der Konflikt zwischen Trump und der Fed belasten das Vertrauen in die Weltleitwährung.
Eigentlich spricht momentan vieles für einen stärkeren Dollar: Die Renditen amerikanischer Staatsanleihen sind kräftig gestiegen, die Notenbank Federal Reserve steuert auf die erste Zinserhöhung seit über drei Jahren zu - und trotzdem kommt die US-Währung kaum vom Fleck.
Die Finanzmärkte rechnen inzwischen mit einer Wahrscheinlichkeit von über 90 Prozent damit, dass die Fed am Mittwochabend die Zinsspanne um einen Viertelpunkt auf 3,75 bis 4,00 Prozent anheben wird.
Höhere Zinsen machen Anlagen in Dollar attraktiver. Gleichzeitig nehmen jedoch die langfristigen Risiken zu. "Der Dollar wird aktuell von zwei gegenläufigen Kräften beeinflusst", betont Stephan Kemper, Chefanlagestratege bei BNP Paribas Wealth Management, gegenüber der ARD-Finanzredaktion.
"Kurzfristig unterstützen höhere Zinsen die Währung, langfristig sorgen jedoch hohe Staatsschulden, Defizite und auch Fragen zur geldpolitischen Glaubwürdigkeit für Gegenwind." Eine zentrale Rolle spielt dabei der wachsende Konflikt zwischen US-Präsident Donald Trump und der Fed.
Sollte die US-Notenbank wie erwartet die Zinsen anheben, dürfte das Trump gar nicht gefallen. "Trump wird toben", ist Vermögensverwalter Eckhard Schulte von MainSky Asset Management überzeugt. Schließlich setze das Finanzministerium derzeit verstärkt auf kurzlaufende Anleihen.
Deren Renditen hängen stärker am Leitzins als die langlaufender Papiere. Die Folge: Höhere Fed-Zinsen schlagen bei neuen Emissionen und Refinanzierungen besonders schnell auf die Zinskosten des Staates durch.
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Doch nicht nur der fiskalische Druck auf Trump ist hoch: In wenigen Wochen sind Zwischenwahlen - steigende Zinsen kämen für den Republikaner damit zur Unzeit. Trump forderte am Wochenende, die USA müssten die "niedrigsten Zinsen der Welt" haben.
Zu Beginn des Monats hatte der US-Präsident auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social den Druck auf die Fed noch einmal erhöht: "Senkt den Zinssatz, sonst stelle ich den Handel mit Ländern ein, mit denen wir ein Defizit haben." Das Fed-Direktorium müsse unter seiner großartigen neuen Führung endlich vernünftig werden, so Trump.