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Wenn das Girokonto mehr als 100 Euro kostet: Wie der Wechsel gelingt
Das Girokonto ist praktisch unverzichtbar. Doch vor allem bei vielen Filialbanken fällt mittlerweile eine Kontoführungsgebühr an - Kosten, die sich oft vermeiden lassen.
Miete, Strom und Gas, Handyrechnung und das Netflix-Abo - ohne ein Girokonto ist all das undenkbar. Viele Deutsche verlassen sich deshalb im Alltag auf ihr Konto. Doch schon der Besitz eines Girokontos ist bei vielen alteingesessenen Filialbanken längst nicht mehr kostenlos.
Im Gegenteil: Mehrere hundert Euro kann das Girokonto pro Jahr kosten, zeigt ein Blick in konkrete Preisverzeichnisse einzelner Banken. Bei der Volksbank Köln Bonn etwa kostet das Komfort-Konto für Personen ab 27 Jahren inklusive Debitkarte 120 Euro im Jahr. Wer Überweisungen in der Filiale beauftragt, zahlt dafür noch mal extra. Je nach Institut können die Gebühren deutlich höher ausfallen: Das Konto "Echt unser Bestes" der Dortmunder Sparkasse liegt für Kundinnen und Kunden ab 27 Jahren sogar bei 238,80 Euro pro Jahr.
Und nicht nur Sparkassen und Volksbanken lassen sich Kontoführung gut bezahlen - auch große, deutschlandweit tätige Banken wie die Commerzbank verlangen Kontoführungsgebühren. Zwischen 58,80 Euro und 154,80 Euro kosten die unterschiedlichen Kontenmodelle. "Wir hatten eine Phase der Niedrigzinsen, in der die Bank mit dem Geld auf dem Girokonto keine Erträge generieren konnte, oder beim Negativzins sogar Verluste generiert hat. Daraufhin haben die Banken vor einigen Jahren die Kontoführungsgebühr deutlich erhöht", erklärt Martin Faust, Experte für Bankbetriebslehre an der Frankfurt School of Finance and Management im aktuellen Video des ARD-Finanzformates 50k auf YouTube.
Allerdings ist das längst nicht bei allen Banken so: Vor allem die sogenannten Neobanken wie C24 und Neobroker mit Vollbanklizenz wie Trade Republic erheben keine Kontoführungsgebühren. Das hat auch einen einfachen Grund: Neobanken sind digitale Banken, die ihre Dienstleistungen hauptsächlich über mobile Apps und Online-Plattformen anbieten. Im Gegensatz zu den traditionellen Banken haben sie keine Filialen - und dadurch auch geringere Kosten und bessere Konditionen.
Das ist auch vielen Kundinnen und Kunden bereits aufgefallen: Eine Bitkom-Studie aus dem Jahr 2024 zeigt, dass die Treue zur Hausbank seit Jahren immer weiter abnimmt - ein Trend, der sich mittlerweile verstärkt haben dürfte. Demnach haben 2024 bereits 58 Prozent der Deutschen einmal ihr hauptsächlich genutztes Girokonto gewechselt. 2022 waren erst 51 Prozent und 2018 sogar nur 35 Prozent der Deutschen. "Die Kunden achten immer mehr auf Preis und Leistung. Und sie sind nicht mehr bereit, für Dinge zu bezahlen, die sie nicht mehr brauchen", erklärt Experte Faust diesen Trend.
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Das beinhaltet für viele Menschen mittlerweile auch die Filialen: Laut der Bitkom-Studie haben 2024 mehr als 40 Prozent der Bankkunden nie eine Filiale aufgesucht und ausschließlich Online-Banking genutzt. Wenig überraschend ist da die Tatsache, dass die Marke oder das Filialnetz bei der Entscheidung für oder gegen eine Bank kaum mehr eine Rolle gespielt hat. Stattdessen sind digitale Angebote für die Entscheidung wichtig - etwa eine benutzerfreundliche App oder Mobile-Payment-Anwendung.
Verbraucherschützer wie Finanztip raten außerdem dazu, auch auf versteckte Gebühren zu achten, etwa Kosten für Bankkarten oder Überweisungen oder einen monatlichen Mindestgeldeingang. Außerdem sollte man vor dem Wechsel auch darauf achten, ob und wo man kostenlos Geld abheben und einzahlen kann. Um sich einen Überblick zu verschaffen, bietet etwa Finanztip einen Girokontovergleich an:
Wer sich für den Wechsel des Girokontos entscheidet, ist dabei auch nicht auf sich allein gestellt. Das ist im sogenannten Zahlungskontengesetz geregelt. Dieses Gesetz verpflichtet Banken, dass sie ihren Kunden über die Kontowechselhilfe beim Wechsel des Girokon