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Warum die SPD jetzt auf Manuela Schwesig hofft
Die SPD hofft bei der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern auf die Zugkraft von Ministerpräsidentin Schwesig. Ein Erfolg könnte die Partei etwas stabilisieren, doch die Stimmung bleibt angespannt.
Für die Bundes-SPD ist klar: Die Partei braucht dringend ein echtes Erfolgserlebnis. Da es dem SPD-Politiker Steffen Krach in Berlin kaum gelingen wird, den Posten des Regierenden Bürgermeisters zu gewinnen, hängt für die SPD viel von der amtierenden Ministerpräsidentin Manuela Schwesig in Mecklenburg-Vorpommern ab.
Die holt gerade gegen die AfD auf, es könnte am Sonntag also seit Langem mal wieder was zu feiern geben bei den Sozialdemokraten. Die Stimmung ist trotzdem mies und das hat viele Gründe.
Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern führt einen Wahlkampf, wie ihn die SPD lange nicht gesehen hat. Sie positioniert sich als die "Frau gegen Blau" - so ihr Slogan - will die AfD überholen. Die liegt in Umfragen zwar bisher noch knapp vor der SPD, doch das Rennen scheint offen. "Wer möchte, dass ich bleibe, muss zur Wahl gehen und SPD wählen", sagt Schwesig selbstbewusst. Sie ist das Zugpferd der SPD.
Vieles macht sie besser als andere SPD-Spitzenleute. Zum Beispiel ihre Social-Media-Präsenz: Dort zeigt sie sich im Hoodie am Grill oder mit älteren Damen auf der Parkbank. Und das ist keine reine Show. Schwesig tourt im Wahlkampf durch die Dörfer. "Ich glaube, die SPD ist gut beraten, wenn sie vor Ort ist, wenn sie die Alltagsthemen kennt und die Menschen müssen spüren, dass sich ihr Alltag verbessert."
Im Wahlkampf grenzt sich Schwesig ab von Reformvorschlägen aus Berlin. Zum Beispiel davon, die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren abzuschaffen: "Ich kenne die Lage der Menschen hier und weiß, dass viele 45 Jahre lang und noch viel länger gearbeitet und eingezahlt haben und trotzdem nur kleine Renten erhalten. Deshalb finde ich es nicht richtig, wenn dann solche Vorschläge zur Rentenkürzung kommen."
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16.09.2026
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Ganz ähnlich kritisch sieht ihr Kollege Steffen Krach, SPD-Spitzenkandidat in Berlin, das Thema Rentenreform. Krach steht ebenfalls am Sonntag zur Wahl, will Regierender Bürgermeister werden: "Ich sage ganz konkret, wenn ich der Meinung bin, dass Dinge falsch laufen. Zum Beispiel wenn die Bundesebene sagt, wir wollen 1 ,5 Milliarden beim Wohngeld kürzen, dann halte ich das für falsch."
Aber Krach kann mit Parteikollegin Schwesig nicht mithalten, ist in Umfragen weit abgeschlagen. Zudem belasten ihn Ermittlungen wegen Korruptionsvorwürfen. Damit bleibt die klare Abgrenzung von der Reformpolitik der Bundesregierung seine einzige Gemeinsamkeit mit Schwesig.