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DLSS 5 auf Arc: Neural Rendering wird mit Intel zur Diashow, aber es läuft
Nach Radeon-Grafikkarten fällt die nächste Herstellergrenze: Eine unabhängige Implementierung von DLSS-5-Neural-Rendering läuft auf Intels integrierter Arc 140V. Technisch ist das bemerkenswert, spielbar ist das Ergebnis bislang kaum – in Full HD bleiben rechnerisch nur 2,4 FPS.
Das auf GitHub veröffentlichte Projekt „dlss-nr-on-intel“ setzt Nvidias Neural Rendering auf einer Intel Arc 140V mit Xe2-Architektur unter Linux um. Bei der Arc 140V handelt es sich dabei noch um die acht Xe2-Kerne starke Lunar-Lake-iGPU und nicht um Intels deutlich größere, inzwischen für Gaming-Handhelds angebotene Arc B390 mit zwölf Xe3‑Kernen. Anders als bei bisherigen Modding-Versuchen auf GeForce- oder Radeon-Grafikkarten kommt dabei weder eine Nvidia-GPU noch CUDA oder die NGX-Laufzeit zum Einsatz. Stattdessen werden die XMX-Matrixeinheiten der Intel-GPU über die Vulkan-Erweiterung VK_KHR_cooperative_matrix angesprochen.
Ganz ohne Nvidia-Komponenten geht es dennoch nicht. Das Repository enthält zwar weder Nvidia-Binärdateien noch die Gewichte des neuronalen Netzes, Anwender müssen diese jedoch selbst aus einer vorhandenen nvngx_dlssnr.dll extrahieren. Das Projekt bezeichnet sich ausdrücklich als Forschungs-Port und nicht als fertiges Produkt.
Eine Vulkan-Schicht hängt sich beim Ausgeben eines Bildes ein und schickt den Frame an einen separaten Prozess, der das neuronale Netz auf den XMX-Einheiten ausführt. Dadurch funktioniert der Ansatz auch mit Windows-Spielen, die unter Linux über Proton und Vulkan beziehungsweise DXVK oder VKD3D-Proton laufen. Getestet wurde unter anderem mit Tekken 7, Dead or Alive 5 Last Round und Mortal Kombat 1.
Die gemessenen Leistungswerte erklären allerdings schnell, warum der Entwickler selbst vor der Geschwindigkeit warnt. Ohne zusätzliche Spielelast benötigt Neural Rendering bei 1.920 × 1.080 Pixeln und einem Render Scale von 0,55 rund 412 ms pro Bild. Das entspricht maximal 2,4 FPS. Bei 1.024 × 768 Pixeln sind es 168 ms respektive 6 FPS.
Erst bei sehr niedrigen Auflösungen wird die Darstellung zweistellig: 640 × 360 Pixel erreichen je nach Render Scale 12,5 bis 13,5 FPS, 512 × 288 Pixel knapp 14 FPS. Im tatsächlichen Spielbetrieb sinkt die Leistung weiter. Eine laufende Partie Tekken 7 kommt bei 640 × 360 Pixeln auf 10,5 FPS.
Die Werte sind allerdings nicht als Leistungstest aktueller Intel-Grafikkarten zu verstehen. Entwickelt wurde das Projekt auf der dem Entwickler zur Verfügung stehenden Arc 140V. Auch diskrete Arc-Grafikkarten wie die deutlich schnellere B580 sollen die benötigten Funktionen unterstützen, deren Leistung wurde bislang aber nicht gemessen.
Die niedrige Render-Auflösung allein hilft dabei nur begrenzt. Mehrere Verarbeitungsschritte laufen weiterhin über die vollständige Ausgabeauflösung, weshalb auch die Größe des ausgegebenen Bildes die Rechenzeit stark beeinflusst. Für Full HD bleibt die Intel-iGPU deshalb weit von spielbaren Bildraten entfernt.
Dass Neural Rendering überhaupt auf einer integrierten Intel-GPU ausgeführt werden kann, ist dennoch bemerkenswert. Anfang September war DLSS 5 bereits auf Radeon RX 9000 und RX 7000 gebracht worden. Dort arbeitet ebenfalls eine neu geschriebene Laufzeit anstelle von Nvidias ursprünglicher Ausführung; auf einer Radeon RX 9070 XT wurden zuletzt rund 33 FPS in Full HD genannt.
Ein direkter Leistungsvergleich verbietet sich allerdings: Die Radeon RX 9070 XT ist eine diskrete Grafikkarte, während die Arc 140V als integrierte GPU in Lunar-Lake-Prozessoren sitzt. Das Intel-Projekt demonstriert vor allem, dass sich Neural Rendering prinzipiell auch außerhalb von Nvidias Hard- und Software-Ökosystem ausführen lässt. Für den Spielealltag ist die aktuelle Umsetzung hingegen tatsächlich eher Diashow als DLSS.