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IAA: Transporter ohne Fahrer sollen künftig Waren ausliefern
Auf der IAA Transportation präsentieren verschiedene Hersteller autonome Lieferfahrzeuge. Der Bedarf ist da. Die Einführung bei uns wird auf sich warten lassen.
Front des autonomen Lieferfahrzeugs von Maxus mit Aufschrift: rechtliche statt technische Hürden
Ein Thema auf der diesjährigen ISS Transportation sind autonome Lieferfahrzeuge: Eine Reihe von Herstellern zeigt auf ihren Ständen solche Kisten auf Rädern, wie Stellantis seines genannt an: Box on Wheels, kurz BOW. Sie sind meist so groß wie ein Kei-Truck oder ein kleiner Lieferwagen, fahrerlos und sind hochautomatisiert (Level 4) unterwegs. In Zukunft könnten sie die Pakete vom Online-Händler oder die Lebensmittel vom Supermarkt bringen. Der Bedarf für solche Fahrzeuge ist groß, denn im Logistikbereich fehlt Personal.
Da ist etwa der Robovan des chinesischen Herstellers Maxus, der auf der ISS Transportation seine Europa-Premiere hat. Das Fahrzeug hat ein Ladevolumen von 6 Kubikmetern und kann 1,5 Tonne Nutzlast transportieren.
In China sei es schon im Einsatz, erzählt Utz Rachner, Deutschland-Chef von Maxus: Die Fahrzeuge transportieren beispielsweise Lebensmittel oder Möbel. Dabei sind sie in abgetrennten Bereichen, aber auch auf öffentlichen Straßen unterwegs. Der Anwendungsbereich sei aber B2B, das heißt der Robovan transportiert beispielsweise Waren von einem Auslieferungszentrum zu einer Filiale, nicht aber zum Endkunden (B2C). Das sei aber durchaus eine denkbare Anwendung.
Das System, das den Robovan steuere, verbaue Maxus auch in Schwerlast-Lkw, erzählt Rachner. Diese transportierten etwa Container in Häfen oder Abraum beim Bergbau. Eingesetzt werden sie in verschiedenen Ländern, unter anderem China.
Auch das chinesische Unternehmen Skyworth Auto nutzt ein System für verschiedene Fahrzeugtypen – vom elektrischen Müllfahrzeug über die autonomen Straßenkehrmaschine bis hin zum fahrerlosen Shuttle Urban Elf. Das ist ein People Mover, wie er auch schon hierzulande im Testeinsatz war, nur – zumindest bei dem in Hannover gezeigten Exemplar – irgendwie cooler: Die Inneneinrichtung wirkt geradezu gemütlich. Neben dem Eingang ist ein Roboterarm angebracht, der den Fahrgästen ein Eis kredenzt. In China serviere er Nudeln, erzählt uns eine Kosewort-Mitarbeiterin.
Die urbane Elfe ist bereits im Einsatz, allerdings nicht auf öffentlichen Straßen: Er kutschiert Touristen durch einen Park oder über den Flugplatz in Hongkong. In Kürze soll er auf dem Flughafen in Singapur eingesetzt werden.
Da ist das ebenfalls chinesische Unternehmen Neolix AI schon deutlich weiter: Es präsentiert seine Roboterlieferfahrzeuge Xolra 3 (gesprochen Solra 3), kurz X3, und auch Xolra 6 (X6), wobei die Zahl die Kapazität in Kubikmetern angibt. Das klare Ziel: die Markteinführung in Europa – dafür sei das Unternehmen auf der Messe, sagt Peter Salzberger, Director Business Development und Marketing.
Neolix AI hat sich ein besonderes Geschäftsmodell ausgedacht: Robovan-as-a-Service. Das bedeutet, ein Kunde kann das Fahrzeug, statt es zu kaufen, von Neolix AI betreiben lassen. Das Unternehmen unterhält das Kontrollzentrum, aus dem die Fahrzeuge fernüberwacht werden, kümmert sich, wenn ein Fahrzeug nicht mehr weiter weiß, und übernimmt die Wartung und Reparaturen, sollte ein Schaden auftreten.