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»Tatort« aus Köln: »Die letzten Menschen von Köln« im Schnellcheck
Bunkerszene mit den Darstellern Bär (l.) und Behrendt: Die Schutzräume von gestern sind die Horrorhöhlen von heute
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Die Schutzräume von gestern sind die Horrorhöhlen von heute. In einem 1979 gebauten Bunker unter der Stadt proben Prepper das Überleben nach der nuklearen Katastrophe. »Die Russen haben eine Atombombe über Düsseldorf abgeworfen, wir sind die letzten Menschen von Köln«, sagt der Teamleiter (Florian Stetter) zur Einstimmung, bevor sich die Apokalyptiker in ihrem Endzeitstress bald selbst umzubringen drohen. Über der Erde versuchen Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Schenk (Dietmar Bär) derweil einen Todesfall aufzuklären, der mit der Truppe unter Tage zu tun haben könnte.
Wenn der Darwinismus durchbricht. In diesem »Tatort« soll das Survival-Setting in ein etwas größeres und grundsätzliches Jeder-gegen-jede-Panorama geführt werden. In einem Seitenstrang geht es zurück zu der Flutkatastrophe vor fünf Jahren, die ja auch in Nordrhein-Westfalen Opfer gefordert hat. Das Drehbuch-Duo Eva Zahn und Volker A. Zahn, das zuletzt die »Tatort«-Hommage an den frühen deutschen Techno geliefert hat, verhandelt das schwierige Thema in einer fast dystopischen Anmutung. Denn ganze Stadtteile sind abgeriegelt und menschenleer, weil parallel zur Ermittlungshandlung auch noch eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft werden muss.
Darstellerin Katrin Wichmann: Gegen ein frustrierendes Eheleben helfen nur Limoncello und Leandros
Katrin Wichmann als genervte Ehefrau des Survivaltrainers. Die Schauspielerin, die schon in Bjarne Mädels Friesenkrimi »Sörensen hat Angst« ihr enormes tragikomisches Potenzial unter Beweis gestellt hat, kämpft in ihrer Rolle im rummeligen Eigenheim mit unbezahlbaren Rechnungen, während ihr Mann im Bunker seinen Prepperwahn auslebt. Einmal nennt sie ihn zärtlich Kakerlake, weil diese Tierchen angeblich ja auch das atomare Armageddon überstehen sollen.
Köln von einer fast irreal schönen Seite. Die Liebesschlösser auf der Hohenzollernbrücke blinken in der Sonne, auf der Domplatte amüsieren sich junge Leute, Louis Armstrong singt dazu »What a Wonderful World« . Da schießt auf einmal ein Atompilz aus dem Boden. Wir befinden uns in einem Video der Firma, die mit dem Horrorfilmchen für das Überlebenstraining im stillgelegten Atomschutzraum wirbt.
»Ich liebe das Leben« von Vicky Leandros . Die trotzige Hymne auf das Menschsein läuft, während sich die Ehefrau des todessehnsüchtigen Oberpreppers mit dem Limoncello abschießt, der in glücklicheren Jahren aus dem Italienurlaub mitgebracht worden ist.
5 von 10 Punkten. Bombenstimmung in Köln? Zwischen privaten Schlachtfeldern, dystopischen Stadtbildern und philosophischen Exkursen geht dem Krimi irgendwann die Luft aus.
»Tatort: Die letzten Menschen von Köln«, Sonntag, 20.15 Uhr, Das Erste