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Die AfD und ihr Spitzenpersonal: Zwischen Volksnähe und Krawall
Die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und jetzt in Mecklenburg-Vorpommern sind bei der AfD geprägt von einem anderen Typ Politiker als zuvor. Welche Strategie steckt dahinter?
Leif-Erik Holm hat vier kleine Kinder - und zeigt sie in einem Wahlkampfvideo gerne vor. Der Spitzenkandidat beim Kochen, Familien-Essen, Spazierengehen mit Frau, Kindern und Hund. Die Botschaft, die man in dieses Video interpretieren kann: Dieser Mann mag in einer Partei mit teilweise extremen Positionen sein - ist aber vor allem einer aus Mecklenburg-Vorpommern. "Hier bin ich groß geworden auf einem wunderbaren Dorf. (…) Keiner musste auf uns aufpassen, weil das Leben einfach sicher war und man hatte die Freiheit, die man braucht, um groß zu werden", sagt Holm an einer Stelle der knapp vierminütigen Hochglanz-Homestory.
Holm, 1970 in der DDR geboren, setzt dabei auf ein Gefühl, auf das schon Ulrich Siegmund in Sachsen-Anhalt zielte: Wann wird es endlich wieder so, wie es zumindest in der Erinnerung früher war? Und - wer könnte schon Angst haben vor solchen Männern?
"Letztendlich ist es ja so: Wenn wir einmal regieren werden, dann wird (…) diese Angst auch fallen", sagt Holm in einem anderen Video, im Gespräch mit AfD-Chef Tino Chrupalla. Und weiter: "Davor haben sie ja Angst." Chrupalla unterstützt die Erzählung, die wie folgt geht: Nur die anderen Parteien sollen sich vor der AfD fürchten, sonst niemand.
Analyse
16.09.2026
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Das steht in starkem Kontrast zum Auftreten vieler anderer AfD-Politiker. An der Spitze Alice Weidel, Chefin von Partei, Fraktion und der "Abteilung Attacke", wie sie vor Kurzem wieder in der Generaldebatte im Bundestag bewies.
13 Jahre gibt es die AfD inzwischen. Was lange die meisten Spitzenpolitiker einte, war die Begabung für und die Lust am politischen Krawall. Laut, extrem, was für manche anziehend und viele andere auch abstoßend war. Kandidaten wie der frühere Radiomoderator Holm oder das Vertriebstalent Siegmund wirken anders: Sie treten meist lächelnd auf, selten polternd, und lassen sich vom teilweise extremen Programm ihrer Partei nicht stören. Wird das zum neuen Rollenvorbild in der Partei?
Eher nein. Denn einerseits sind Kandidaten wie Holm durch ihre geschmeidige Art zwar sehr gut vorzeig-, aber auch ein wenig austauschbar, werden in der eigenen Partei manchmal eher belächelt als bewundert. Und andererseits sieht man bei Holm, dass das nicht automatisch zum Erfolg führt. Obwohl er es mit ähnlichen Rezepten wie Siegmund versucht hat, kann er aus AfD-Sicht nicht den Sog erzeugen, der noch den Wahlkampf in Sachsen-Anhalt prägte.
Sie prägen zwei unterschiedliche Stile in der AfD: Alice Weidel und Ulrich Siegmund.