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Physint: Kojima über den Schock des Sony-Aus und die schnelle Rettung durch Xbox
In einem neuen Interview spricht der Star-Entwickler über den Verlust des Publishers, Existenzängste und wieso Microsoft das Action-Spiel sofort übernahm.
Letzte Woche erfuhren wir, dass Sony bei Kojima Productions' ehemals PlayStation-exklusivem "Action-Spionage"-Spiel Physint "ausgestiegen" ist. Nach dieser Ankündigung übernahm Xbox kurzerhand die Publishing-Rechte für den kommenden Titel. Ein neuer Bericht behauptet nun, Sonys Entscheidung basiere auf Bedenken rund um "Budget, potenzielle Profitabilität und Exklusivität".
IGN hat nun ein Interview mit Kojima geführt, das etwas mehr Licht ins Dunkel bringt. Das Gespräch deckt verschiedene Themen ab – darunter Kojimas Ängste um die Zukunft seines Studios, die Tücken der gleichzeitigen Arbeit an mehreren Projekten und die Folgen, wenn Sonys Ressourcen wegbrechen. Dabei schilderte Kojima auch, wie die Unterhaltung mit dem Plattformbetreiber ablief. Er betonte, dass er damals unter Schock stand und sich nur schwer an das Meeting erinnern kann.
Mit Physint kehrt Hideo Kojima zu seinen Wurzeln zurück. Das Projekt wird als "Action-Spionage-Spiel" der nächsten Generation beschrieben – exakt das Genre, das Kojima in den 1990er-Jahren mit der legendären "Metal Gear Solid"-Reihe für PlayStation selbst definiert hatte.
"Um ehrlich zu sein, erinnere ich mich nicht mehr an viel aus diesem Meeting", verriet Kojima gegenüber IGN. "Meinen Kollegen geht es da vermutlich ähnlich. Ich kann also nicht wirklich beantworten, was genau sie gesagt haben. Aber von meiner Seite aus liebe ich Sony. Ich hege keinerlei Groll gegen sie, denn ich weiß, dass die Spielebranche gerade eine schwere Zeit durchmacht."
"Nichts hätte mich auf ihre Entscheidung vorbereiten können, sich aus dem Projekt zurückzuziehen", ergänzt er. Kojima merkte auch an, dass Sony ihm in dem Telefonat mitteilte, die Entwicklung des Spiels nicht länger finanzieren zu können. Obwohl ihm die aktuellen Studioschließungen und Entlassungswellen in der Branche durchaus bewusst waren, dachte er: "Physint ist in Ordnung, Physint ist sicher."
Anschließend blickte Kojima auf seine Arbeitsbeziehung mit Sony zurück: "Ich habe rund 30 Jahre lang mit ihnen zusammengearbeitet. Herr Ken Kutaragi, Herr Hirai – ich stand ihnen sehr nahe. In letzter Zeit war das jedoch nicht mehr so. Mir wurde klar: Okay, das ist nun mal die Realität, vor die sie mich stellen. Mein Studio feiert sein zehntes Jubiläum. Es könnte einfach zusammenbrechen, oder?"
Dazu wird es natürlich nicht kommen: Xbox sprang direkt ein, um das Spiel zu retten. "Ich bin auf Xbox zugegangen und sie waren großartig. Sie konnten uns technisch unterstützen", erklärte er. "Wir haben außerdem bereits bei OD mit ihnen zusammengearbeitet, es gab also schon eine Verbindung. Ich habe ihnen einen ausführlichen Pitch für Physint präsentiert. Ihre erste Reaktion war: 'Dieser Pitch war fantastisch. So etwas haben wir noch nie gesehen!' Und so nahm das Projekt mit Xbox seinen Lauf."
Etwas später im Artikel gibt Kojima Productions zudem ein offizielles Statement ab – unabhängig von Hideo Kojima als Privatperson –, um auf die Vorwürfe aus dem Bloomberg-Artikel zu reagieren:
"Ihr habt vielleicht einen aktuellen Artikel gelesen, der Kojima Productions erwähnt und über die Gründe für den Wechsel des Publishing-Partners bei Physint spekuliert", heißt es in dem Statement. "Normalerweise kommentieren wir unbegründete Spekulationen im Internet nicht. Diese Verleumdungen bezüglich unserer Beziehung zu PlayStation, dem kommerziellen Erfolg der Death-Stranding-Reihe sowie der allgemeinen Produktionsplanung und Investitionen für Physint haben jedoch weite Kreise gezogen. Sie verunsichern unsere Fans, kreative Partner und Kollegen, mit denen wir seit drei Jahrzehnten zusammenarbeiten."