// EUROGAMER.DE — GAMING
Destiny 2: Bungie öffnet den Content Vault und bringt ältere Inhalte zurück
Nach schweren Jahren und Entlassungen gibt die neue Studioleitung Fehler offen zu. Der Extraction-Shooter soll zudem deutlich massentauglicher werden.
Bungie hat ein paar schwere Jahre hinter sich. Die neue Studioleitung macht nun jedoch große Versprechungen. Den Anfang macht Destiny 2: Die Entwickler holen einige ältere Kampagnen und Raids aus dem sogenannten Content Vault zurück. Gleichzeitig wollen sie eine solide Zukunft für den beliebten MMO-FPS-Hybriden aufbauen. Auch bei Marathon tut sich etwas. Der Extraction-Shooter konnte bislang nicht genug Spieler anlocken, doch das Team arbeitet fleißig an Verbesserungen.
"Bungie entwickelt seit über 30 Jahren Spiele und wir haben die Communitys, die um sie herum entstanden sind, immer willkommen geheißen. In den letzten Jahren haben wir das jedoch aus den Augen verloren – mit echten Konsequenzen. Wir haben Vertrauen verspielt, großartige Kollegen verloren und aus den Augen verloren, was unsere höchste Priorität sein sollte: unsere Spieler." Das erklärten Studio Head Poria Torkan und Head of Product Josh Deane in einem heutigen Online-Statement. Das Duo gab im Anschluss offen zu, dass die Fans ihren heutigen Worten vermutlich noch nicht direkt vertrauen werden. Unabhängig davon leiten sie nun aber konkrete Schritte ein, um sowohl Destiny als auch Marathon spürbar zu verbessern.
Zur Einordnung: Erst Anfang dieses Jahres entließ Bungie mindestens 290 Mitarbeiter. Zuvor hatte sich das Studio mit einem letzten großen Update eigentlich von Destiny 2 verabschiedet. Das Marathon-Reboot erwies sich zudem als nicht populär genug, um die Lücke zu füllen, die Destiny hinterlassen hatte. Damals behaupteten Berichte, dass sich überhaupt keine neuen Destiny-Projekte mehr in aktiver Entwicklung befänden – inklusive Destiny 3.
Der 2020 eingeführte Destiny Content Vault (DCV) ist ein System, mit dem Bungie ältere Erweiterungen, Planeten und Kampagnen aus dem aktiven Spiel entfernte. Ziel war es damals, die Dateigröße des MMOs zu reduzieren und das Spiel technisch stabil zu halten.
Das spielt nun offenbar keine Rolle mehr. "Destiny ist das Fundament für Bungies Zukunft", fügte das Studio hinzu. "Wir haben noch mehr Geschichten zu erzählen und neue Welten zu erschaffen. Aber wir müssen es richtig angehen. Wir geben unseren Teams die Zeit, die sie brauchen, um diesem fantastischen Universum gerecht zu werden. Kurzum: Wir sind mit Destiny noch nicht fertig."
Bungie hat aktuell zwar keine neuen Spiele in petto, holt dafür aber einen Schwung alter Destiny-2-Kampagnen, -Schauplätze und -Raids aus dem Content Vault zurück. Alle Spieler sollen in den kommenden Monaten Zugriff auf diese reaktivierten Goodies erhalten. Vorher muss Bungie allerdings noch an der Beleuchtung, den Kämpfen und weiteren Systemen schrauben. So wollen sie sicherstellen, dass die zurückkehrenden Inhalte den heutigen Stabilitäts- und Gameplay-Standards von Destiny 2 entsprechen.
Was Marathon betrifft: Der ultra-stylishe Extraction-Shooter erreichte schlichtweg "nicht so viele Spieler wie erhofft, und wir wissen und verstehen auch, dass sich das Spiel weiterentwickeln muss". Die Führungsspitze plant, die bestehenden Stärken von Marathon weiter auszubauen. Gleichzeitig soll sich der Titel aber auch "über die Genre-Grenzen hinaus entwickeln, die wir ihm ursprünglich auferlegt hatten". Ein erster Schritt in diese Richtung ist der bereits angekündigte permanente PvE-Modus samt Social Space für Dezember. Das dürfte die Zielgruppe des Sci-Fi-Shooters definitiv erweitern – und zumindest all jene abholen, die keine Lust auf extrem schwitzige High-Risk-Gefechte haben.